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Medien ARD erinnert an Affäre der Susanne Klatten
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17:03 11.11.2015
Simone Carstensen-Kleebach (Claudia Michelsen) ist betört von Leon (Michael Rotschopf). Quelle: ARD
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Angespannt wartet Simone Carstensen-Kleebach (Claudia Michelsen) in ihrem Mercedes. Die Hände umklammern das Lenkrad, eine große Sonnenbrille verdeckt ihre Augen. „Simone, mach die Tür auf, ich will mit dir reden. Bitte. Bitte mach auf“, ruft Leon Vandenne (Michael Rotschopf), während er an der Fahrertür rüttelt. Carstensen-Kleebach dreht ihren Kopf nach links und blickt kühl in die Augen des Mannes, für den sie ihre Familie verlassen wollte. Jenes Mannes, der später ihr Erpresser wurde.

Im Fernsehfilm „In der Falle“ erzählt die Autorin und Regisseurin Nina Grosse („Der verlorene Sohn“) das Drama einer verhängnisvollen Affäre, das an den Fall der Großaktionärin Susanne Klatten erinnert. Unternehmerin Carstensen-Kleebach ist seit 20 Jahren anscheinend glücklich verheiratet, Mutter einer Tochter und in einem Großkonzern sehr erfolgreich. Dennoch lässt sie sich im Urlaub auf eine Affäre mit dem Galeristen Vandenne ein. Als sie schließlich die Beziehung beendet, werden ihr kompromittierende Fotos zugestellt, die sowohl ihre Familie zerstören, als auch ihr Ansehen in der Firma gefährden könnten.

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Romanze endet in einer Katastrophe

Der Großteil des rund 90-minütigen Films erzählt die Geschichte der Affäre – von den unterdrückten Sehnsüchten der verheirateten Frau, den heimlichen Treffen, der großen Leidenschaft und der verbotenen Liebe. Auch wenn die Erpressung erst im letzten Drittel des Films beginnt, bekommt der Zuschauer von Anfang an das Gefühl, dass diese Romanze in einer Katastrophe enden wird und sich Carstensen-Kleebach schon längst „in der Falle“ befindet – das liegt nicht nur am Filmtitel, sondern vielmehr am charmanten und zugleich undurchschaubaren Vandenne.

„Michael Rotschopf hat eine eher kühle Aura, und ich habe mir vorgestellt, dass der Zuschauer ihm vielleicht in gewisser Weise misstraut“, sagt Grosse. Und das gelingt der Regisseurin. Vandenne umgarnt die Unternehmerin von der ersten Begegnung an, macht ihr Komplimente und arrangiert „zufällige“ Treffen – am Strand, im Restaurant, am Pool und im Fahrstuhl. Die Szenen werden ausschnitthaft gezeigt und verzichten größtenteils auf Dialoge.

Größtenteils vorhersehbare Story

Vielmehr sind es die Bilder, die eine gewisse Spannung erzeugen – die Blicke, die sich die Protagonisten zuwerfen und das charmante sowie eindringliche Lächeln Vandennes. Regisseurin Grosse beschreibt Vandenne als Hochstapler, der „gute Antennen für sein Gegenüber“ hat. Er spüre, dass die sonst so kontrollierte und pflichtbewusste Frau nur darauf wartet, die Kontrolle abgeben zu dürfen. „Im ersten Moment wirken Sie scheu“, sagt er im Film. „Aber dann? Ich glaube, Sie haben Lust auf ein Abenteuer.“

Der Verlauf der Geschichte ist größtenteils vorhersehbar, der Zuschauer weiß früh, dass Carstensen-Kleebach einen großen Fehler begeht. Auch die Frage nach dem Täter scheint schnell geklärt. Dennoch gelingt es Regisseurin Grosse, Spannung zu erzeugen. Beispielsweise wartet und hofft man als Zuschauer auf eine überraschende Wende, etwa einen ganz anderen Täter.

Spannend ist außerdem, zu sehen, wie die äußerlich starke Frau mit der Erpressung sowie dem damit verbundenen Kontrollverlust umgeht, welche Konsequenzen sie daraus zieht, wie sie als Person, die in der Öffentlichkeit steht, ihre Familie schützt und ob es ihr gelingt, ihre Ehe zu retten.

Von Katharina Ahlers

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