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Kultur Zurück in die Zukunft: „Lift Off“ im Spieletest
Mehr Welt Kultur Zurück in die Zukunft: „Lift Off“ im Spieletest
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16:00 14.04.2019
In „Lift Off“ muss man auf vielen Ebenen taktieren, um möglichst viele Siegpunkte zu ergattern. Quelle: Handout
Leipzig

In schwierigen Zeiten schlägt die Stunde der Retro-Science-Fiction. Dann sehnt man sich nach einer Ära, in der sogar die Zukunft noch einfacher war. Bei

„Lift Off“ schlägt sich das auch spielerisch nieder: In den Sechzigerjahren wetteifern nicht zwei verfeindete Supermächte darum, als Erste erfolgreich das Weltall zu erobern – sondern bis zu vier Spieler als Vertreter privater Raumfahrtagenturen.

Space-Race als astrein kapitalistische Angelegenheit also. Wer den Weltraum erobern möchte, braucht hier viel Geld, vor allem aber Spezialisten, von der Triebwerksingenieurin bis zum Politiker. Die kommen als Karten ins Spiel und sind Dreh- und Angelpunkt von „Lift Off“.

Analog, augenzwinkernd und voller Optimismus: „Lift Off“ glänzt mit liebevoller Gestaltung und spielerischer Finesse. Quelle: Handout

Benutzt wird ein Drafting-Mechanismus: Jeder bekommt drei Spezialisten, sucht sich einen aus, gibt die anderen weiter, sucht sich wieder einen aus – bis er wieder drei Spezialisten auf der Hand hat. Zwei davon nutzt er pro Runde. Ist der Kartenstapel zweimal durchgespielt, endet auch die Partie.

„Lift Off“ ist trotz der erfrischend anderen Retro-Grafik ein echtes Euro-Game: Das heißt, hier muss man auf vielen Ebenen taktieren, um möglichst viele Siegpunkte zu ergattern. So muss man sukzessive seine Rakete verbessern, damit sie günstiger und mit mehr Gewicht an Bord starten kann.

Das Labor muss aufgerüstet werden. Missionen müssen erstanden und dann in den Weltraum befördert werden – besonders wichtig ist hier übrigens der Bau einer gemeinsamen Raumstation. Ein schöner Gedanke des Erfinders – der übrigens selbst für die Europäische Raumfahrtorganisation arbeitet.

„Lift Off“ hat es spielerisch in sich

All das ist ganz analog und augenzwinkernd dargestellt: die kleine Papprakete, an die neue Triebwerke gelegt werden zum Beispiel, oder die Raumstation, die auf ein Weltall in schönster Kinderbuchgrafik gepuzzelt wird. Das gesamte Spiel strahlt Hoffnung aus und hat in der Gestaltung wenig gemein mit den in immer gleichen Mittelalterszenarien angesiedelten deutschen Kennerspielen.

Man lasse sich jedoch von der drolligen Optik nicht täuschen: „Lift Off“ hat es spielerisch in sich. Zwar lernt man alle Komponenten, alle Spezialisten und Missionen bereits während der ersten Partie kennen. Aber wie man sie nutzt, ist hochgradig flexibel. Und: Manche Partien entscheiden sich erst in der Endabrechnung. Das sorgt für eine schöne Unwägbarkeit.

Lift Off Quelle: Handout

Info: Jeroen Vandersteen: „Lift off“. Hans im Glück. Für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren, etwa 44 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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