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Kultur Züricher Opernchef Pereira wird neuer Intendant der Salzburger Festspiele
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22:39 19.05.2009
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Pereira wird Nachfolger von Jürgen Flimm, der zum 1. September 2010 die Intendanz der Berliner Staatsoper unter den Linden übernimmt. Der Österreicher soll sein neues Amt „spätestens“ ab Oktober 2011 antreten. Eine Zusage Pereiras, die neue Funktion für zunächst fünf Jahre zu übernehmen, liegt bereits vor.

Die Salzburger Landeshauptfrau (Regierungschefin) Gabi Burgstaller (SPÖ), Mitglied des Kuratoriums, bezeichnete Pereira als „erstklassigen Kulturmanager“. Nach den Worten ihres Stellvertreters Wilfried Haslauer, ebenfalls Mitglied des Gremiums, versteht es Pereira „perfekt, erfolgreich einen großen Kulturbetrieb unter guten wirtschaftlichen Voraussetzungen zu führen.

Pereira war bereits 1999 für die Intendanz in Salzburg im Gespräch, die damals an den Belgier Gerard Mortier ging. Der 61-jährige gebürtige Wiener mit portugiesischen Vorfahren hatte zunächst eine Karriere in der freien Wirtschaft absolviert. Er war Verkaufsleiter der italienischen Büromaschinenfirma Olivetti für Deutschland, bevor er 1984 zum Generalsekretär der Konzerthausgesellschaft Wien berufen wurde. Pereira brachte das Konzerthaus aus den roten Zahlen und profilierte sich auch mit jungen Avantgarde-Veranstaltungen wie „Wien modern“ und “Österreich heute“.

Mit dem Ruf eines erfolgreichen und innovativen Konzertmanagers, der auch gut zu kalkulieren versteht, wurde Pereira 1989 neuer Direktor des Züricher Opernhauses, obwohl er der einzige Kandidat ohne Theatererfahrung war. Er trat sein Amt am 1. Juli 1991 an. Danach wurde sein Vertrag noch dreimal verlängert und läuft bis 2011. Unter seiner Leitung wurde das Züricher Opernhaus in wirtschaftlicher wie künstlerischer Hinsicht eines der erfolgreichsten in Europa. Pereira machte vor allem mit seiner engen Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt Furore, der auch in Salzburg ein häufiger Gast ist.

Eine Findungskommission unter Vorsitz von Brigitte Fassbaender, der Intendantin des Tiroler Landestheaters in Innsbruck, hatte Hearings mit mehr als 20 Kandidaten für die Salzburger Chefposition veranstaltet. Am Ende erstellte die Kommission, der auch die Co-Chefin der Bayreuther Festspiele, Eva Wagner-Pasquier angehörte, einen Dreiervorschlag für das Festspiel-Kuratorium. Darauf standen neben Pereira auch der derzeitige Chef der Mailänder Scala, Stephane Lissner, der zusammen mit dem Dirigenten und Intendanten der Berliner Staatsoper, Daniel Barenboim, antrat, sowie Pierre Audi, künstlerischer Leiter des Amsterdamer Opernhauses und des Holland Festivals.

Dem Kuratorium gehören unter anderem Vertreter von Stadt und Land Salzburg, der österreichischen Bundesregierung sowie der Internationalen Stiftung Mozarteum an. Die Salzburger Festspiele gelten eines der renommiertesten Musik- und Theaterfestivals der Welt.

ddp