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Kultur “Zoros Solo”: Singen ist nichts für Männer
Mehr Welt Kultur “Zoros Solo”: Singen ist nichts für Männer
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11:07 21.10.2019
Kontrahenten: Zoro (Mert Dincer) und die Chorleiterin Frau Lehmann (Andrea Sawatzki). Quelle: Felix Meinhardt/NFP/dpa

Aus Afghanistan floh Zoro mit seiner Familie vor Krieg und Terror, im schwäbischen Liebigheim ist der 13-Jährige erst einmal auf der Flucht vor der Polizei. Er will Geld beschaffen, um seinen in Ungarn gestrandeten Vater nach Deutschland zu schmuggeln – da sind ihm auch illegale Mittel recht.

Als er erfährt, dass der christliche Knabenchor unter der Leitung der strengen Frau Lehmann an einem Wettbewerb in Ungarn teilnimmt, will er trotz seiner Vorbehalte („Singen ist eines Mannes nicht würdig“) mitmachen. Die Stimme dafür hätte er.

Regiedebütant Martin Busker hat den Mut, seinen jungen Titelhelden anfangs nicht allzu sympathisch erscheinen zu lassen. Der von Mert Dincer verkörperte Flüchtlingsjunge ist ein rotzfrecher Macholümmel mit bedenklichen Ansichten über Frauen und Schwule. Nur die Sorge um seinen Vater lässt den Zuschauer mit ihm mitfühlen.

Läuterungsprozess ist in "Zoros Solo" inklusive

Auch die von Andrea Sawatzki betont herb gespielte Frau Lehmann gibt kein besonders schmeichelhaftes Bild ab. Sie nimmt es dem Pfarrer übel, dass er einer nigerianischen Familie Kirchenasyl gewährt, weil für sie damit der Raum für die Chorproben wegfällt. Immerhin erkennt sie Zoros Talent.

Natürlich gesteht das Drehbuch den beiden Kontrahenten einen Läuterungsprozess zu. Die bissigen verbalen Scharmützel zwischen Chorleiterin und Flüchtlingskind münden erwartungsgemäß in eine gegenseitige Annäherung und sind die Höhepunkte des etwas holprig erzählten Integrationsfilms, der näher an der Komödie als am Drama angesiedelt ist.

„Zoros Solo“, Regie: Martin Busker, mit Mert Dincer, Andrea Sawatzki, 90 Minuten, FSK 12

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Von Jörg Brandes/RND

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