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Kultur Zimmermann & de Perrot bei Movimentos
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18:39 18.05.2012
Von Stefan Arndt
Foto: Das schweizer Ensembles Zimmermann & de Perrot begeistert in der Autostadt.
Das schweizer Ensembles Zimmermann & de Perrot begeistert in der Autostadt. Quelle: Movimentos
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Hannover

Zeitgenössisches Tanztheater ist manchmal eher Tanz, manchmal eher Theater und manchmal auch kaum etwas von beidem. Oder etwas ganz anderes. Clownerie zum Beispiel. Die steht im Zentrum der neuen Arbeit des Schweizer Ensembles Zimmermann & de Perrot, die jetzt bei Movimentos, dem Kulturfestival der Wolfsburger Autostadt, zu sehen ist.

Leider passen Clownerie und Tanz so gar nicht zusammen. Zwar hat beides viel mit dem Körper zu tun, aber während der Clown an der Schwerkraft leidet, gelingt es dem Tänzer, sie ab und zu aufzuheben. Der Clown stürzt, der Tänzer schwebt. Der Tänzer überspringt alle Widrigkeiten, der Clown betont sie und scheitert dran. Deshalb können Clowns nicht tanzen.

Bei Zimmermann & de Perrot versuchen sie es trotzdem. Sie tragen zwar keine riesigen Clownsschuhe, trotzdem ist es ein wunderlicher Tanz. Auf der dunklen Bühne rotiert ein großes Rad, an dem vier Räume befestigt sind. In den rotierenden, sich auf den Kopf stellenden Zimmerchen stehen, liegen, stürzen, rutschen, zappeln, krabbeln und strampeln die Clowns. Das ist alles sehr artistisch und anfangs auch recht witzig, aber es wiederholt sich. Der Tanz zeigt das ewige Auf und Ab und dauert eine kleine Ewigkeit.

Die Musik dazu wird selbst gemacht: Dimitri de Perrot, der als DJ arbeitete, bevor er Mitbegründer einer Tanzcompagnie wurde, steht an der Seite und bedient die Plattenspieler und Klangmaschinen. Er bewegt sich rhythmisch und distanziert, wie DJs das so zu tun pflegen - aber sein Publikum ist keine tanzende Menge, sondern eine Schar von Artisten, die ihr Programm abspulen. Insofern ist der DJ am Rand sinnlos, die Musik könnte genausogut aus dem Rechner kommen.

Andererseits ist Sinnlosigkeit aber auch das große Thema dieser Produktion, die mit „Hans was Heiri“, dem schweizerischen Begriff für „Jacke wie Hose“ oder „Alles ganz egal“, durchaus den passenden Titel gefunden hat.

Samstagabend um 20 Uhr.

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