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Kultur Wie Kunst die Welt rettet
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07:08 09.01.2013
Von Johanna Di Blasi
Bild vom Golfkrieg: Ein Ölfeld in Ahmadi in Kuweit, 1991 von Steve McCurry. Quelle: Steve McCurry/Magnum Photos
Hannover

Yoko Ono schaltete zum Jahreswechsel 2012/2013 eine ganzseitige Anzeige in der „New York Times“ mit der schlichten Botschaft „Imagine Peace“. Unterzeichnet war der Friedensappell der Lennon-Witwe mit „love, Yoko“. Im Februar feiert die 1933 in Tokio geborene Künstlerin ihren 80. Geburtstag. Seit 60 Jahren mischt sie in der Kunstwelt mit und ist immer noch unermüdlich. Einen Überblick über ihr reiches Schaffen gibt die Schirn Kunsthalle in Frankfurt: „Yoko Ono. Half-a-Wind Show. Eine Retrospektive“ vom 15. Februar bis 12. Mai.

Laut Ankündigung bietet die Schau, die danach auch im Guggenheim Museum Bilbao zu sehen sein wird, mit rund 100 Objekten, Filmen, raumfüllenden 
Installationen, Fotos, Zeichnungen und Textarbeiten einen „nahezu vollständiger Überblick“ über Yoko Onos Schaffen. „Yoko Ono ist eine besondere, ja geradezu mythische Figur nicht nur in der Kunstszene, sondern auch in der Musik, der Friedensbewegung und dem Feminismus“, sagt Schirn-Direktor Max Hollein. Einen Eindruck ihrer ungebrochenen Vitalität gibt die Künstlerin am 13. Februar mit der Wiederaufführung einer Performance aus dem Jahr 1965: „Sky Piece to Jesus Christ“.

Auch in anderen Städten werden 2013 Avantgardistinnen geehrt. Das Sprengel Museum Hannover bereitet eine Ausstellung mit rund 60 Zeichnungen von Meret Oppenheim vor (20. Februar bis 5. Mai). Das bekannteste Werk der vor 100 Jahren geborenen und 1985 gestorbenen Surrealistin ist wohl „Frühstück in Pelz“ von 1936: eine in Fell gepackte Tasse. Auch Wien erinnert an Meret Oppenheim: Vom 21. März bis 14. Juli ist der deutsch-schweizerischen Künstlerin im Bank Austria Kunstforum eine Retrospektive gewidmet. Im Anschluss wandert die Schau in den Martin-Gropius-Bau in Berlin.

Hilma af Klint ist ein Name, den man sich merken sollte. Der schwedischen Malerin und Esoterikerin und nicht den männlichen Kollegen Wassily Kandinsky, Piet Mondrian oder Kasimir Malewitsch gebührt die Ehre, in der Moderne vor allen anderen zur malerischen Abstraktion vorgedrungen zu sein. Die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof in Berlin ehrt Hilma af Klint, deren Werke zu Lebzeiten nie ausgestellt waren, mit einer großen Retrospektive (15. Juni bis 6. Oktober). Zuvor ist die rund 200 Gemälde umfassende Schau im Moderna Museet in Stockholm zu sehen. Die Pionierin der Abstraktion schuf insgesamt mehr als 1000 Gemälde, Skizzen und Aquarelle.

Der Name Steve McCurry sagt den meisten gar nichts, McCurrys Aufnahme eines verstört blickenden afghanischen Mädchens mit grünen Augen aber kennt alle Welt. Unter dem Titel „Im Fluss der Zeit“ präsentiert das Kunstmuseum Wolfsburg von 19. Januar bis 16. Juni Asienbilder des amerikanischen Fotografen.

2013 wäre Martin „Kippy“ Kippenberger, der legendäre Kölner Ironiekünstler, 60 Jahre alt geworden. Er starb 1997 mit nur 44 Jahren. Dem einstigen Szenekünstler und Mitinhaber eines Punk-Klubs ist im Hamburger Bahnhof in Berlin unter dem Titel „sehr gut / very good“ eine Ausstellung gewidmet (23. Februar bis 18. August). Unter den Exponaten ist auch „Zuerst die Füße“, ein gekreuzigter Frosch mit heraushängender Zunge.

Außerdem sind 2013 Marc Chagall (Kunsthaus Zürich), Tizian (Scuderie del Quirinale in Rom), Jan Brueghel d. Ä. (Alte Pinakothek in München), Edouard Manet (Royal Academy London), Max Ernst (Wiener Albertina), Ferdinand Hodler (Fondation Beyeler Basel/Riehen) und Paul Klee (Kunsthalle Hamburg) größere Ausstellungen gewidmet.

Neben einzelnen Künstlerpersönlichkeiten stehen in den kommenden Monaten auch verschiedene Epochen im Blickpunkt. Die Galerie Neue Meister im Albertinum in Dresden spürt unter dem Titel „Die Erschütterung der Sinne“ der europäischen Romantik nach, mit Meistern wie John Constable, Eugène Delacroix, Caspar David Friedrich und zeitgenössischen Künstlern wie Luc Tuymans, Gerhard Richter, Mark Rothko und Jeff Wall (16. März bis 14. Juli). Werke von der Romantik bis zur Gegenwart umfasst auch die Landschaftsausstellung „Wolken“ im Leopold-Museum in Wien. Die Kunsthalle Bielefeld beleuchtet den deutschen Symbolismus: „Schönheit und Geheimnis“ umfasst vom 24. März bis 7. Juli rund 150 Werke von Küstlern wie Hans von Marées, Arnold Böcklin und Max Klinger.

Tiefenbohrungen in die Geschichte führen ins alte Ägypten und ins Zweistromland. „Kleopatra – Die ewige Diva“ ist eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn vom 19. Juli bis 10. November überschrieben. Die Schau zeigt anhand von Skulpturen, Malerei, Fotografie, Film- und Videokunst die vielen Gesichter der antiken Traumfrau von einst bis in die aktuelle Popkultur.

Dem Leben und Sterben im antiken Pompeji und Herculaneum ist mit 250 Objekten in London die größte Ausstellung zu dem Thema seit 40 Jahren gewidmet. Berlin erinnert an Uruk, eine der ältesten Metropolen der Menschheit (25. April bis 9. September im Pergamon-Museum). Von Juni bis November läuft zudem die 55. Kunstbiennale in Venedig, die wieder einen Überblick über zeitgenössische internationale Kunst gibt. Ihr Motto in diesem Jahr: „Der enzyklopädische Palast“.

2011 wurde mit mehr als 109 Millionen Museumsbesuchen allein in deutschen Museen ein neuer Rekord erzielt. Wieso sind Museen und ist Kunst unverzichtbar? Eine Antwort darauf gibt vielleicht eine Schau in Den Haag mit dem Titel: „Ja natürlich – Wie Kunst die Welt retten kann“. Zu sehen sind Werke von Olafur Eliasson, Jimmie Durham und Damien Hirst.

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