Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur „Was wird aus der Liebe?“
Mehr Welt Kultur „Was wird aus der Liebe?“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:29 01.12.2009
Anzeige

Lieber Herr von Hirschhausen: Warum sind Sie eigentlich so gut?
Weil ich lange schlecht sein durfte, ohne dass es groß auffiel. Egal ob man Musiker, Arzt oder Moderator ist, man muss üben. Und dann sieht es irgendwann ganz leicht aus, wie jemand spielt, operiert oder plaudert. Dass es das nicht ist, merkt man erst, wenn jemand anderes es probiert. Ich hatte das Glück, lange nicht entdeckt zu werden, so hatte ich unter anderem auch in Hannover als Moderator im GOP-Varieté wunderbar Zeit, viel auszuprobieren und meinen Stil zu entwickeln. Und irgendwann war ich zu alt, um bei Nachwuchswettbewerben mitzumachen …

Äh, ich glaube das war ein Missverständnis. Ich meine nicht erfolgreich, sondern gut. Bei Ihnen ging es jahrelang ums Glück, jetzt kommen Sie mit „Liebesbeweisen“ nach Hannover. Geht’s auch mal ein bisschen grimmiger? Frecher? Böser?
„Liebesbeweise“ hat sehr grimmige Seiten. Wenn ich etwa den schlimmsten Streit aller Zeiten vom Zaun breche oder wenn ich belege, dass es auf dem Heiratsmarkt noch egoistischer zugeht als auf dem Weltmarkt. Gegenfrage: Wenn man immer sagt, Liebe geht durch den Magen – was wird dann aus der Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?

Anzeige

Sie sind ja irgendwie der männliche Ina Müller. Sie machen lustige Sachen und kommen damit überall verdammt gut an. Haben Sie auch ein bisschen Angst vor dem eigenen Erfolg?
Klar! Ich hätte die große Sorge, wenn ich jetzt noch ein Buch schreiben würde, mich selber aus der Bestsellerliste zu verdrängen. (lacht) Quatsch. Ich freue mich, schon zu Lebzeiten wahrgenommen zu werden, da geht es mir besser als vielen Künstlern ihrer Zeit. Woody Allen sagte mal: Ich möchte nicht im Andenken der Nachwelt weiterleben. Ich möchte in meiner Wohnung weiterleben.

Als Mediziner propagieren Sie das Maßhalten. Richten Sie sich selbst nach Ihren eigenen Ratschlägen?
Ja! Ich beantworte zum Beispiel grundsätzlich an einem Tag nie mehr als drei Fragen! Bis zum nächsten Mal!

Interview: Ronald Meyer-Arlt

Uwe Janssen 01.12.2009
Johanna Di Blasi 30.11.2009