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Kultur Veronica Ferres als Autorin: „Kinder sind unser Leben“
Mehr Welt Kultur Veronica Ferres als Autorin: „Kinder sind unser Leben“
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13:56 12.03.2011
Veronica Ferres hat ein Sachbuch über Kinder geschrieben. Quelle: dpa
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Im Film hat Veronica Ferres schon häufiger die kämpfende Vollblut-Mutter gespielt - immer wieder eine Paraderolle für die 45-jährige Schauspielerin, die auch am 22. März bei Sat.1 als Mutter des jungen Marco aus Uelzen zu sehen ist, der im Türkei-Urlaub eine minderjährige Britin sexuell belästigt haben soll. (Feierliche Premiere des Films ist am Montag in München.)

Jetzt ist Ferres auch im literarischen Sinne eine Parademutter, denn sie hat ein Buch über Kinder geschrieben, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. „Kinder sind unser Leben“ heißt das Sachbuch, das am Montag (14. März) im Droemer-Verlag erscheint. Ganz alleine geht es nicht: Mit Nicole Maibaum hat sich Ferres eine Co-Autorin ins Boot geholt.

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15 Menschen stehen im Mittelpunkt, 15 Schicksale. Da ist die Frau, die beim Amoklauf in Winnenden ihre Tochter verlor und sich nun in einem Aktionsbündnis gegen Gewalt an Schulen einsetzt. Oder die Berliner Kommissarin Gina Graichen, die sich um Fälle vernachlässigter Kinder kümmert.

Ferres begegnete auch dem deutschen Pfarrer Stefan Hippler, der in Südafrika eine Aids-Station für Kinder aufgebaut hat. Die Darstellerin selbst bezahlt seit drei Jahren aus ihrer privaten Schatulle das Gehalt der Aids-Klinik-Chefin, wie sie sagt. Gisela Rockola engagiert sich nach dem Tod ihres Sohns in der Präventionsarbeit für Drogenabhängige.

Es geht auch um den Musiker Peter Maffay, der Kindern auf Mallorca die Möglichkeit bietet, den Sorgen des Alltags zu entfliehen. Und es wird auch ein Schlaglicht auf die Schweizer Anwältin Katja Cavalleri Hug geworfen, die dafür sorgt, dass Kinder in juristischen Streitigkeiten ihr Recht bekommen.

Und mittendrin drin ist die Ferres mit all ihrer Macht und Kraft. Sie selber ist Mutter einer neunjährigen Tochter - der Vater ist ihr Ex-Mann Martin Krug. Sie sagt, sie hätte sich auch ohne Kind für Kinder eingesetzt. Was einem täglich in den Medien begegne, sei von so hoher gesellschaftlicher Relevanz, dass sie auch so, ohne Kind, darauf gekommen wäre, sich für die jüngsten in unserem Land einzusetzen.

Ihre Erfahrungen und Kontakte mit den Organisationen, die ihr Buch thematisiert, beruhten auf Jahre langer Zusammenarbeit und persönlichen Begegnungen. Das sei nicht so einfach von zu Hause vom Schreibtisch entstanden. Ihre Leidenschaft ist schon im Vorwort nachzulesen, in dem sie darstellt, wie schön ihre Jugend in Solingen war und warum sie Kinder so sehr mag.

Ferres schreibt: „Wenn du einem Kind irgendetwas das erste Mal zeigst, zum Beispiel Schnee, einen Regenbogen oder wie sich eine stachelige Schale öffnet und sich darin eine Kastanie verbirgt, wenn du einem Kind sein erstes Gummibärchen gibst oder ein Stück Schokolade, wenn ein Kind die ersten Schritte läuft oder zum ersten Mal einen Duplo-Stein auf einen anderen setzt und du dann diese staunenden, strahlenden, glücklichen Augen siehst, dann ist das ein Teil der Schöpfung und immer wieder halte ich in diesen Augenblicken inne.“

Dass das Buch ein Rückschlag wird, scheint ausgeschlossen: Laut Ferres gibt es so viele Vorbestellungen, dass die erste Auflage bereits vergriffen ist.

dpa