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Kultur Verhandlungen um Elbphilharmonie in kritischer Phase
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17:35 09.10.2012
Der Bau der Elbphilharmonie sollte bereits 2010 beendet sein, jetzt geht der Dauerstreit in die nächste Phase. Quelle: dpa
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Im Dauerstreit über die Fertigstellung der Elbphilharmonie sind die Verhandlungen „in einer kritischen Phase“. Dies sagte der Sprecher der Hamburger Kulturbehörde, Enno Isermann, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte einen entsprechenden Bericht des „Hamburger Abendblatts“. Drei Monate nach der grundsätzlichen Verständigung über den Weiterbau ringen die Stadt Hamburg und der Essener Baukonzern Hochtief um Vertragsdetails. „Wir erwarten, dass das, was dort unterschrieben wurde, für beide Seiten gilt“, sagte Isermann mit Blick auf die im Juli getroffene Vereinbarung.

Die für das Großprojekt zuständige Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) hatte in der Vorwoche die Kündigung der Verträge nicht ausgeschlossen und im Sender NDR 90,3 von einem „Plan B“ gesprochen. Es gebe weder einen neuen Stand noch eine „Deadline“, sagte dazu nun Isermann. Zuletzt kam die sogenannte Lenkungsgruppe nach seinen Angaben am 18. September zusammen.

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Hochtief-Sprecher Bernd Pütter erklärte, sein Unternehmen sei zuversichtlich, mit der Stadt in den nächsten Wochen eine Einigung hinzubekommen. Die Materie sei aber sehr komplex. So sei eine Frage: „Wie geht man mit möglichen Planungsfehlern in der Vergangenheit um?“

Nach der vor drei Monaten getroffenen Vereinbarung wird Hochtief das Saaldach nachrüsten und es zusammen mit der Fassade bis Sommer 2013 fertigstellen. Sämtliche Planungen insbesondere für die Gebäudetechnik sollen Hochtief und die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron gemeinsam erstellen. „Wir versuchen jetzt, gemeinsam diese Ziele in rechtlich verbindliche Regeln zu gießen“, sagte Pütter.

Seit Jahren streiten sich die Stadt und Hochtief um das Bauwerk. Zunächst sollte das Konzerthaus die Stadt 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein. Als neuer Fertigstellungstermin wird nun Mitte 2015 angepeilt, mit der Eröffnung für 2016 gerechnet. Derzeit ruhen die Arbeiten auf der Großbaustelle aber weitgehend. Mittlerweile liegen die Kosten für den Steuerzahler bei mindestens 323 Millionen Euro.

dpa

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