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Kultur Tuvia Tenenbom ist ein Meister der Provokation
Mehr Welt Kultur Tuvia Tenenbom ist ein Meister der Provokation
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11:25 09.02.2013
Tuvia Tenenboms Buch "Allein unter Deutschen" hat bereits kurz nach Erscheinen Schlagzeilen ausgelöst. Quelle: dpa
Hannover

„Es geht hier nicht um mich, vergessen Sie das Buch, zitieren Sie mich nicht mehr!“, ruft der jüdische Regisseur in den Zuschauersaal der Berliner Volksbühne. Dort ist eine Diskussionsrunde um sein Buch „Allein unter Deutschen“ am Donnerstagabend aus den Fugen geraten, als der „Zeit“-Reporter Christoph Diekmann dem Autor zu große Subjektivität vorwarf. Tenenbom lasse die Menschen, über die er schreibt, ihre Gedanken nicht ausformulieren. Tenenboms Ausbruch war nur von kurzer Dauer, danach diskutierte man in gemäßigterem Ton weiter.

Tenenboms Ende 2012 publizierte Monografie ist ein Reisebericht durch Deutschland. Der israelisch-amerikanische Künstler traf Helmut Schmidt und Helge Schneider, Volkhard Knigge, den Leiter der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich. Auch ein Wirt aus einer Neonazi-Kneipe kommt zu Wort.

In der Volksbühne fasste Tenenbom, immerhin Gründer und Leiter des „Jewish Theatre of New York“, sein Fazit in folgende Worte: „In Deutschland habe ich zum ersten Mal gespürt, dass ich Jude bin.“ Er sei nicht mit der Absicht losgezogen, ein Buch über Antisemitismus zu schreiben, „doch das Thema hat sich mir gleichsam aufgedrängt“. Tenenbom ist allerdings auch ein Meister der inszenierten Provokation: In Magdeburg zeigte er am Rande einer Neonazi-Demonstration einmal den „Hitler-Gruß“.

„Allein unter Deutschen“ löste bereits kurz nach Erscheinen Schlagzeilen aus: In einem an die Öffentlichkeit gelangten Gutachten des Rowohlt-Verlages, in dem das Buch eigentlich erscheinen sollte, heißt es: „Tuvia ist offenkundig ein jüdischer Hysteriker, wie ihrer aller Schutzheiliger Woody Allen.“ Als die „Süddeutsche Zeitung“ über den Wechsel zum Suhrkamp Verlag berichtete, hieß es im Artikel: „Der Jude Tenenbom traf so ziemlich alles, was Deutschland an schrägem Personal zu bieten hat: Autonome, Neonazis, Fußballfans, Juden, Christen und Türken und Kai Diekmann.“ Tenenbom verwahrte sich gegen das Etikett „Der Jude“. Die Empfindlichkeit eines Mannes, in dessen Familie es zahlreiche Holocaust-Opfer gab, ist verständlich.

Nina May

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