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Kultur Trotz Internet und MP3-Player: Musizieren bleibt beliebt
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13:09 08.12.2012
Laut der Landesmusikakademie in Wolfenbüttel gibt es in Niedersachsen rund 500.000 Laienmusiker. Quelle: dpa
Wolfenbüttel

Ob Kindersingkreise, Männergesangvereine oder Kirchenchöre: Singen ist beliebt und das nicht nur in der Adventszeit. Nach Angaben der Landesmusikakademie in Wolfenbüttel gibt es in Niedersachsen rund 500.000 Laienmusiker, etwa Dreiviertel davon singen. Rund 8000 der Laienmusiker, darunter 1500 Sänger, haben 2012 in der Akademie geprobt oder sich fortgebildet. Über die Leidenschaft beim Musizieren sprach die Nachrichtenagentur dpa mit dem Geschäftsführer der Landesmusikakademie Niedersachsen, Johann-Friedrich Graf Brockdorff-Dallwitz. 

Was macht in Zeiten des Internets, von MP3-Playern und eines großen Angebot an CDs noch den Reiz aus, selbst zu musizieren? 

Gerade in dieser schnelllebigen, medial geradezu überfluteten Zeit erfüllt Musizieren viele Funktionen. Da ist beispielsweise die Faszination eigenständig Tönen Leben einzuhauchen. Das hat etwas Kreatives, manchmal auch Meditatives und es kann ebenso als Ventil für Stress und Druck dienen. Dabei ist es egal ob Choräle oder Rockmusik geübt werden. Musik ist nach wie vor etwas Hochemotionales - ein Verstärker von Gefühlen. Musizieren heißt also auch Aufnahme von körperlich erlebbaren Sinneseindrücken. Aktives Musizieren trägt darüber hinaus zu Kommunikation und Lebensqualität bei, denn es geschieht vor allem in der Gruppe.

Wird in Stadt und Land gleichviel musiziert? 

Das Bedürfnis Musik zu machen ist in Stadt und Land gleich hoch. Leider sind die Möglichkeiten des aktiven Musizierens auf dem Land wesentlich schlechter, es fehlen zumeist die Strukturen. Das beginnt schon bei Räumen. Auch geschulte Ensembleleiter oder ganze Musikschulen sind außerhalb der Städte seltener. Deswegen haben es Musiker auf dem Land zumeist schwerer als in der Stadt. Musik findet hier oft noch in dörflichen Gesangvereinen oder auch bei den Feuerwehrkapellen statt.

Gibt es genug Anreize und Möglichkeiten zum Musizieren? 

Das Familienbild hat sich gewandelt und damit auch der Stellenwert der Musik innerhalb der Familie. Deswegen ist es umso wichtiger die musikalische Bildung in den Kindergärten und in der Schule zu verankern. Dem Landesmusikrat Niedersachsen ist es deswegen wichtig, dass Musik durchgängig zweistündig in der Schule unterrichtet wird. Doch eine bessere Infrastruktur erfordert natürlich finanzielle und strukturelle Unterstützung musikalisch Aktiven durch die Kommunen.

dpa

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