Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur Testlauf mit Maske und Chips: Berliner Raver tanzen nach Pandemieregeln
Mehr Welt Kultur Testlauf mit Maske und Chips: Berliner Raver tanzen nach Pandemieregeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:45 13.06.2021
Eine Diskokugel dreht sich bei einer Party. (Archivfoto)
Eine Diskokugel dreht sich bei einer Party. (Archivfoto) Quelle: Christoph Soeder/dpa
Anzeige
Berlin

Ausgestattet mit Tracker und Maske haben am Sonntagnachmittag im Berliner Club „Revier Südost“ Dutzende Menschen zusammen zu Techno-Beats gefeiert. Der Probelauf war Teil des Pilotprojekts „Open Air“, mit dem getestet werden soll, wie in der Corona-Pandemie sicher unter freiem Himmel getanzt werden kann. „Das läuft bisher ganz gut“, sagte eine Sprecherin des Clubs am Sonntag während des Ausprobierens. Das Masketragen auf der Tanzfläche werde akzeptiert. In anderen Bereichen des Clubs dürfe der Mund-Nasen-Schutz aber auch abgenommen werden.

Das Pilotprojekt fand in der neuen Location des Technoclubs Griessmühle im Ortsteil Niederschöneweide statt. Es ist das zweite Club-Pilotprojekt in diesem Jahr. Es wird zusammen mit der Alice Salomon Hochschule, der Beuth Hochschule für Technik und der Clubcommission organisiert. 300 freiwillige Tänzer konnten per Losverfahren mitmachen. Alle, die mittanzen wollten, mussten entweder getestet, geimpft oder genesen sein. Zehn Tage nach der Party sollen alle noch einmal getestet werden, sagte die Clubsprecherin.

Mehr zum Thema

Illegale Party mit Hunderten Menschen in Nürnberg eskaliert: Angriffe auf Polizisten

Immer wieder Angriffe auf Polizisten bei ausufernden Partys

Chips messen den Abstand

Die Organisatoren haben mit dem Projekt Großes vor: Es soll ein Konzept entstehen, das sowohl für Behörden als auch für Clubs eine Richtlinie sein kann. Die gebe es aktuell in Deutschland noch nicht, sagte Claudia Winkelmann, Professorin an der Alice Salomon Hochschule. In Berlin ist organisiertes Tanzen im Freien durch die Pandemie-Verordnung noch verboten. Am Wochenende räumte die Polizei Parks in der Hauptstadt, weil sich Anwohner über laute Musik beschwert hatten und die Feiernden auf illegalen Partys zu wenig Abstand einhielten. Auch in anderen deutschen Städten gab es bei gutem Wetter solche Probleme.

Mehr zum Thema

Pilotprojekt „Open Air“: In Berlin soll für die Wissenschaft getanzt werden

Im Technoclub lief das beim Pilotversuch alles anders. Am Einlass erhielten die Gäste am Sonntagnachmittag einen Tracker, den sie um den Hals tragen mussten. Chips könnten so das Abstandhalten messen, erläuterte Thomas Sakschewski, Professor an der Beuth Hochschule. Auf der Tanzfläche selbst bewerteten eingesetzte Beobachter, ob sich Gäste und Personal an die Regeln hielten. Auf der Tanzfläche durften die Gäste tanzen, ohne auf Abstände zu achten, sagte Club-Geschäftsführer David Cezar Ciura. Das Tragen einer Maske blieb aber Pflicht.

Mehr zum Thema

Streit über Großveranstaltungen: Länderchefs können sich nicht einigen

Ausgewertet werden sollen die anonym erhobenen Daten so schnell wie möglich an den beteiligten Berliner Hochschulen. Das „Revier Südost“ ist auf dem Gelände der ehemaligen Bärenquell-Brauerei untergebracht. Vorher lag der Club Griessmühle zentraler in Neukölln.

RND/dpa

Der Artikel "Testlauf mit Maske und Chips: Berliner Raver tanzen nach Pandemieregeln" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.