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Kultur Tatort-Ermittler Ulrich Tukur: „Ich mag den Murot"
Mehr Welt Kultur Tatort-Ermittler Ulrich Tukur: „Ich mag den Murot"
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18:52 18.12.2012
„Musik ist meine größte Leidenschaft“: Ulrich Tukur kommt im Januar nach Hannover. Quelle: Handout
Hannover

Herr Tukur, ist ein Tumor ein Geschenk?

Nein, natürlich nicht, es ist im Leben etwas Unberechenbares und Gemeines, aber im Film ergeben sich durch den Tumor beim LKA-Ermittler Murot sehr viele Möglichkeiten für das Drehbuch.

Sie spielen den „Tatort“-Ermittler Felix Murot bereits zum dritten Mal. Der Mann hat einen Tumor, manche würden ihn wohl unzurechnungsfähig nennen. Sie könnten in der Rolle wohl alles machen. Ist das ein Glücksfall für einen Schauspieler, oder fehlen Ihnen da auch manchmal die Grenzen?

Der Hessische Rundfunk gibt uns die Möglichkeit, etwas sehr Spezielles zu machen und zu experimentieren, deshalb macht mir die Figur Murot auch sehr viel Spaß.

Der dritte „Tatort“ spielt im Zirkus. Ist das der passende Raum für diesen unkonventionellen Ermittler?

Ein herrliches Ambiente, eine Parallelwelt, ich liebe den altmodischen Zirkus und das Varieté, diese Originale und Typen und manchmal auch komischen Menschen. Also: Unser Wiesbadener Ermittler wird nach einer Operation als geheilt aus der Klinik entlassen und lädt seine Assistentin zur Feier des Tages in einen Zirkus ein. In dem Zirkus tragen sich merkwürdige Dinge zu, und Felix Murot schließt sich dem fahrenden Volk als Musiker an.

Sie haben mal gesagt, wenn Sie keine Lust mehr haben, werden Sie aussteigen. Es ist ja schon ein vierter und fünfter Teil des Murot-„Tatort“ geplant. Wie lange, glauben Sie, haben Sie noch Lust auf die Rolle?

Ich mag diese Figur, sie trägt so eine Traurigkeit mit sich, hat Schwierigkeiten, in der Welt zurechtzukommen, sie steht auch ein bisschen am Abgrund. Die Ideen für die nächsten zwei Drehbücher gefallen mir sehr, von daher, mal sehen ...

Im Hannover-„Tatort“ ging es in einer Doppelfolge um den angeblichen Filz in der Stadt. Viele Probleme für Frau Lindholm. Hätte Murot die „Maschsee-Connection“ geknackt?

Leider habe ich die beiden Folgen nicht gesehen, weil ich selber gearbeitet habe. Aber die Geschichte klang spannend, und Freunde haben mir sehr positiv berichtet. Und dass der Sender einen „Tatort“ auch mal als Zweiteiler sendet, finde ich sehr mutig.

Wird der Ermittler Murot seinem Tumor zum Opfer fallen - oder wäre das nicht doch etwas vorhersehbar?

Sie sind ja so hartnäckig wie der Tumor, wir werden sehen, was passiert ...

Bei den Dreharbeiten zum dritten Teil war auch Ihre Band dabei, mit der Sie seit Mitte der neunziger Jahre stilvolle Tanzmusik machen. Die Rhythmus Boys geben dort (ohne Sie) eine Zirkusband. Ein Stück Heimat am Set?

Es macht immer einen Riesenspaß mit meiner angegrauten Tanzkapelle zu arbeiten und zu spielen. Und die Jungs waren grandios, Sie werden sehen!

Mit den Rhythmus Boys machen Sie „Musik für schwache Stunden“ - so heißt zumindest das aktuelle Album von Ihnen. Eignen sich denn Ihre Lieder aus den frühen zwanziger bis späten vierziger Jahren besonders für solche Momente?

Ja klar, das hat Schwung, Gefühle und schöne Melodien.

Was reizt Sie eigentlich an diesen Evergreens?

Es sind oft großartige, aber einfache Kompositionen und Texte die direkt ins Herz gehen. Halten sie das für altmodisch oder nostalgisch? Nostalgie ist ja nicht die Sehnsucht nach der Vergangenheit, sondern nach etwas, wo man sich wohler fühlt.

Bei der Band geht es stilecht zu. Sie und Ihre drei Mitstreiter tragen Anzug, Hemd, Fliege. Alles in allem: Sind Sie konservativ?

Zu der Musik gehört einfach ein klassisches Tanzkapellen-Outfit, das kann ich mir in Jeans und Sakko nicht vorstellen.

Auf der Bühne wird es neben den Klassikern auch manchmal grotesk, dada, dem absurden Theater nah. Ist das auch eine Chance, das Schwere aus den Rollen als Stasi-Offizier oder Nazi-Kriegsheld loszuwerden?

Musik ist meine größte Leidenschaft, da kann ich so richtig loslassen, das entspannt mich dann manchmal von langen Filmrollen und ist mir sehr wichtig.

Interview: Gerd Schild

Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys spielen am Sonntag, 13. Januar, im Theater am Aegi gleich zwei Vorstellungen. Beginn ist um 16 Uhr und um 20 Uhr. Eintrittskarten kosten jeweils zwischen 42 Euro und 66 Euro.

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