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Kultur Swing-Legende Coco Schumann gestorben
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12:09 29.01.2018
Swing-Legende Coco Schumann ist tot. Quelle: dpa
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Berlin

Wie die Plattenfirma Trikont unter der Berufung auf die Familie bestätigte, verstarb Heinz Jakob „Coco“ Schumann im Alter von 93 Jahren am Sonntag in Berlin.

Der 1924 geborene Schumann war Sohn eines christlichen Vaters und einer jüdischen Mutter. Seinen Spitznamen Coco soll er von einer französischen Freundin bekommen haben, die seinen Vornamen nicht aussprechen konnte.

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Bereits als Schulkind trommelte Coco mit dem Löffel auf dem Kochtopf herum, brachte sich selbst das Gitarre- und Schlagzeugspielen bei. In den Dreißigern spielte er in Bars Jazz- und Swingmusik – immer der Gefahr ausgesetzt, von der Gestapo verhaftet zu werden. 1943 wurde er denunziert und von den Nazis nach Theresienstadt deportiert. „Dort durfte man alles machen, was man sonst nicht durfte“, erzählte Coco bei einem seiner späteren Auftritte.

Also fand sich der Gitarrist mit anderen Musikern zusammen und gründete die „Ghetto-Swinger“-Kapelle. Als er 1944 nach Auschwitz deportiert worden war, gehörte er zu den Musikern, die an der Todesrampe spielen mussten. Doch Schuman überlebte das Grauen. Die Musik habe ihm damals das Leben gerettet.

Nach dem Krieg spielte Coco zurück in Berlin als erster Deutscher mit seiner selbstgebauten E-Gitarre zahlreiche Konzerte. Er trat unter anderem mit dem Jazz-Geiger Helmut Zacharias und dem Pianisten und Sänger Bully Buhlan auf. Brachte die amerikanischen Klänge in Kneipen, Bars, ins Radio und Fernsehen.

Von RND/dpa

Der Artikel "Swing-Legende Coco Schumann gestorben" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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