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Kultur Street Scene: „Fürs Leben lärmen wir“
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19:48 10.02.2013
Von Jutta Rinas
Kurt Weills Volksoper „Street Scene“ an der Musikhochschule Hannover Quelle: Michael J. Joos
Hannover

Zugleich ziehen an den Zuhörern Ausschnitte aus einem alten Film über New York vorbei. Schwarz-Weiß-Bilder von Wolkenkratzern sieht man da, massenweise Menschen, massenweise Autos.

Und man hört schon in den ersten Takten der 1947 uraufgeführten Volksoper, wie der Lärm der Großstadt, wie der komplexe Rhythmus der Straße langsam in Weills Musik einsickert. Auch die Vielgestaltigkeit der Figuren auf der Bühne (fast allesamt Einwanderer aus aller Herren Länder) spiegelt sich immer mehr in der Komposition: in einem Potpourri aus Oper, Operette und Musical, aus klassischer Musik und Populärem, aus Blues, Jazz und Gospel, wunderbar wiedergegeben vom Orchester der Musikhochschule unter Leitung von Martin Brauß.

Es ist kein Wunder, dass Kurt Weill seine Oper nicht - wie etwa Gershwins „Porgy and Bess“ - nach den Hauptfiguren benannt hat, sondern ihr den unpersönlichen Titel „Street Scene“ gab. Nicht das Schicksal Einzelner, sondern die Geschichte einer Großstadt, genauer gesagt die eines bestimmten Großstadtmilieus, die der kleinen Leute nämlich, will er erzählen.

Bereits das erste Bild der Inszenierung von Matthias Remus an der Musikhochschule fängt dieses Vorhaben mit seinen verschiedenen Armenviertel-Typen und seinem filmischen Verweis auf New York wunderbar ein. Es macht zugleich auch eine der Schwierigkeiten einer Aufführung von „Street Scene“ sichtbar. Es sind nämlich ziemlich viele kleine Leute, die in Weills Welt in jener heruntergekommenen Seitenstraße auf der Lower East Side von Manhattan zwischen zwei überdimensionalen Feuerleitern, ein paar Mülltonnen und ein paar alten Zeitungsstapeln (Bühnenbild: Anna-Katharina Marek, Timo Schröder) leben: die Maurrants, die Jones, die Kaplans ... Es gilt nahezu dreißig anspruchsvolle Rollen zu besetzen. Das ist für eine Musikhochschule eine große Herausforderung, die das Institut am Emmichplatz mit einer eindrucksvollen Ensembleleistung bewältigt.

Das Liebesduett zwischen Sam Kaplan (Manuel Oswald) und Rose Maurrant (herausragend: Laure Barras), die an Puccini erinnernde Arie der frustrierten Mutter von Rose (Lena zum Berge), das von dem italienischen Immigranten Lippo Fiorentino (Yohan Kim) ausgelöste, herrliche Eiscreme-Sextett, das sich zu einer imposanten Tanz- und Gesangsszene des gesamten Chores entwickelt, oder der keifende Gossip von Emma Jones (herrlich ordinär gespielt von Stefanie Zillig) - all das sind nur Beispiele einer Inszenierung, die modern, temporeich, witzig und manchmal auch sehr gefühlvoll wirkt. Großer Applaus.

Wieder am 11., 12., 13. Februar, 19 Uhr.

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