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Kultur Stephanie Nilles spielt im Pavillon in Hannover
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19:00 04.11.2012
Lieblich-böse: Stephanie Nilles. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Hannover

Flinke Zunge, flinke Finger: Während Stephanie Nilles im schnellen Tempo ihre Texte ins Mikro stößt, rasen ihre Finger virtuos über die Tastatur des Flügels im Pavillon. Was sie da genau über Politik und den Umgang der Menschen miteinander erzählt und was sie anprangert, bleibt oft ebenso im Dunkeln wie der gesamte, nur spärlich gefüllte Raum. Es ist auch unwichtig - was zählt, ist die Intensität der jungen amerikanischen Folk- und Jazzmusikerin. Sie singt schnell, jeder Ton sitzt, verraucht ist ihr Timbre, dahinter ist oft der klare, schöne Ton zu ahnen. Vokale dehnt sie gerne lang, legt viel Tremolo in ihre Stille. Nilles präsentiert Ragtime, Folk, ein bisschen „Dreigroschenoper“, viel Jazz und natürlich den Blues. Unverkennbar ist der Einfluss ihrer Wahlheimat New Orleans, wo sie seit 2010 lebt.

Früh begann Stephanie Nilles eine Karriere als klassische Pianistin. Das Fundament ihrer Ausbildung ist bei jedem Ton zu spüren - und ebenso die Befreiung aus dem Korsett der wohlgesetzten Töne. „Irgendwann wollte ich nicht mehr Sachen von Leuten spielen, die vor 150 bis 300 Jahren lebten und die überhaupt nichts mit meiner Lebenswelt zu tun haben“, sagte sie einmal in einem Interview. Sie setzte sich ins Auto und fing an, mit eigenen Songs durch die USA zu touren - 150 Auftritte im Jahr. „Alles was ich besitze, passt in mein Auto“, erzählt sie mit einem kleinen, rauen Lachen.

Neben den jazzigen Riffs ragen an diesem Abend vor allem ihre Bluesadaptionen heraus. Ihre Version des St.-James-Infirmary-Blues etwa, der so schwerfällig dahergestapft kommt wie ein müder Elefant. Und über seinen Gang trällert eine Spottdrossel ihr gar nicht trauriges Lied vom Liebsten, der tot auf der Bahre liegt. Alles, was sie singt, hat einen ironischen Unterton: je lieblicher die Stimme, desto böser die Bedeutung. So bewundernswert ihr Spiel, so natürlich ist ihre Ausstrahlung. Manchmal täten weniger Text und mehr Gelassenheit ihren Liedern gut. Aber das kann eine typisch deutsche Sichtweise sein, dieses genaue Hinhören: „Ich habe noch nie vor so einem ruhigen Publikum gespielt, ihr wart wirklich ein höfliches Publikum, danke“, sagt sie.

Da blitzt sie wieder auf, die Ironie.

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