Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur „Skyfall“ kehrt zu Bonds Wurzeln zurück
Mehr Welt Kultur „Skyfall“ kehrt zu Bonds Wurzeln zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:07 02.11.2012
James Bond und sein Aston Martin. Quelle: Sony Pictures
London

Schnelle Autos, schöne Frauen, geschüttelter Martini, ein schauerlicher Bösewicht, exotische Schauplätze - „Skyfall“ hat sämtliche klassische Zutaten eines James-Bond-Films. Sogar den alten Aston Martin DB5, den einst Sean Connery fuhr. Detailverliebte 007-Fans dürften nicht enttäuscht sein. Angestaubt ist er trotzdem nicht. Mit Computer-Hackern und Fingerabdruck-Waffen lebt der neue Bond definitiv im Hier und Jetzt.

Anders als so manches Mal in der 50-jährigen Geschichte des Geheimagenten auf der Leinwand braucht der neue Bond Martini und Maßanzug aber gar nicht unbedingt. Denn statt des Superhelden zeigen Daniel Craig und Regisseur Sam Mendes einen verwundbaren, vielschichtigeren Bond mit Vergangenheit. Sie machen ihn damit über den Stereotyp hinaus auch für Nicht-Bond-Kenner interessant.

Los geht es mit dem vermeintlichen Tod des Geheimagenten im Dienste Ihrer Majestät. Nach einem klassischen Einstieg mit dramatischer Verfolgungsjagd durch Istanbul stürzt er von einem fahrenden Zug in die Tiefe - einer von mehreren Bezugspunkten zum Titel „Skyfall“. Denn der Fall aus dem Himmel ist metaphorisch: Der charmante, selbstsichere Agent stürzt in eine tiefe persönliche Krise. In kaum einem Bond-Film wurde so viel über die Vergangenheit der Figur bekannt, und die ist nicht unbedingt rosig.

Erst als der britische Geheimdienst MI6 Ziel von Hacker-Angriffen und Terroranschlägen wird, rappelt Bond sich auf und kommt zurück. „Wiederauferstehung ist meine Spezialität“, so sein Kommentar dazu. Doch beim MI6 ist auch nicht mehr alles, wie es war. Chefin M - zum siebten Mal von Judi Dench gespielt - soll in Rente geschickt werden. Sie wehrt sich, wird aber angreifbarer in ihren Entscheidungen.

Das Ganze spielt in einem Zeitalter, in dem nicht mehr Waffen die größte Gefahr sind, sondern Computer-Hacker. Fallen Bond und M gemeinsam oder können sie sich gegenseitig retten? Das Ende kommt unerwartet, und Überraschungen gibt es einige.

Dass nach dem eher enttäuschenden Vorgänger „Ein Quantum Trost“ etwas ganz Anderes kommen würde, ließ sich erahnen, als Sam Mendes als Regisseur bekannt gegeben wurde. Craig soll ihn selber ausgesucht haben. Oscar-Preisträger Mendes ist mit sensiblen Dramen wie „Zeiten des Aufruhrs“ oder „American Beauty“ bekannt geworden, als Action-Experte galt er bislang nicht gerade.

Craig und Mendes wollten wieder zurück zu den Wurzeln und nahmen sich die Buchvorlagen von Ian Fleming vor. Kritiker in Großbritannien verglichen Mendes' Bond-Version bereits mit den „Batman“-Filmen von Christopher Nolan: Beide hätten ihren berühmten Helden eine kaum zu erwartende Vielschichtigkeit gegeben.

„Wir leben in einer Zeit, in der es möglich ist, einen großen, unterhaltsamen, glamourösen Eskapismus-Film zu machen, der gleichzeitig etwas über die Welt aussagt, in der wir leben“, sagte Mendes. „James Bond fühlt sich wieder wie ein realer Mann in einer realen Situation an.“

Doch bei aller Realitätsnähe gibt es auch genug typische Bond-Momente voller Übertreibungen und Absurdität, wie sie bei 007 einfach dazugehören. Eine der Hauptrollen hat auch wieder der britische Humor - zum Beispiel, wenn sich Bond mitten in einem surrealen Todesrennen erst einmal die Manschetten geradezieht.

Ein Großteil des Unterhaltungswerts liegt aber auch in den außergewöhnlichen Schauspielleistungen. Javier Bardem, der für seine Bösewicht-Darstellung in „No Country for Old Men“ einen Oscar bekam, mimt das gefährliche Genie Silva. Ein Wiedersehen mit Bonds Versorgungsmann Q gelingt ebenfalls. Ben Whishaw spielt das junge Computergenie. „Q repräsentiert eines der zentralen Themen des Films - das Alte gegen das Neue“, sagt er. Schießende Stifte jedenfalls gibt es bei ihm nicht mehr.

dpa

Mehr zum Thema

James Bond alias Daniel Craig reist zur Deutschlandpremiere von „Skyfall“ nach Berlin. Der neue Bond-Film bekommt gute Kritiken. Sein Darsteller hat Lust auf mehr.

01.11.2012

Mit Spannung wurde er erwartet, der dritte James-Bond-Film, in dem Daniel Craig die Hauptrolle übernimmt. Fünfzig Jahre nach dem ersten Erscheinen von Geheimagent 007 im Kino ist „Skyfall“ in London mit einer besonders glamourösen Weltpremiere vorgestellt worden.

24.10.2012

Adeles Titelsong zum neuen James-Bond-Film „Skyfall“ ist am 50. Geburtstag des Kinohelden offiziell veröffentlicht worden. Das Lied erschien standesgemäß am Freitag um 0.07 Uhr britischer Zeit auf der Internetseite der Sängerin.

05.10.2012

Robbie Williams will es noch einmal wissen: das neue Album "Take the Crown".

Uwe Janssen 01.11.2012

 „Star Wars“-Erfinder George Lucas (68) wird nach dem Verkauf seiner Firma an Disney mehr als eine Milliarde Dollar (rund 775 Millionen Euro) spenden. Lucas wolle das erlöste Bargeld zu einem Großteil in eine vor allem auf Bildungsinitiativen fokussierte Stiftung einbringen, sagte sein Sprecher dem US-Magazin „Hollywood Reporter“.

01.11.2012

James Bond alias Daniel Craig reist zur Deutschlandpremiere von „Skyfall“ nach Berlin. Der neue Bond-Film bekommt gute Kritiken. Sein Darsteller hat Lust auf mehr.

01.11.2012