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Kultur Sängerin Pink rockt die TUI Arena Hannover
Mehr Welt Kultur Sängerin Pink rockt die TUI Arena Hannover
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13:20 21.12.2009
Von Wiebke Ramm
Sängerin Pink hat am Sonntagabend die TUI Arena Hannover gerockt. Quelle: Nancy Heusel
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Sie hebt noch einmal ab, wirbelt herum, rockt, röhrt, schmachtet: Pink beweist am Sonntag in Hannover einmal mehr, dass sie eine der atemberaubendsten Popkünstlerinnen des Gegenwart ist. Kurz nach 21 Uhr betritt sie in der TUI Arena die Bühne.

Im Februar startete die US-Sängerin ihre „Funhouse“-Welttournee im belgischen Antwerpen, am Sonntag beendete Pink sie in Hannover. Es war das fulminante Finale einer der erfolgreichsten Tourneen des Jahres. Und jeder einzelne Auftritt ist weit mehr gewesen als nur ein Popkonzert. Pinks „Funhouse Tour“ ist ein jahrmarktartiges Gesamtkunstwerk, eine quietschbunte Popkirmes, ein Spektakel aus Glitzer und Gesang, Artistik und Erotik.

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So abwechslungsreich ihre Outfits (mal Netzstrümpfe, mal Kapitänsmütze, mal T-Shirt-Look), so rasant ist der Tempowechsel ihrer Lieder. Auf großartige Rocknummern („So what“ – inklusive Kissenschlacht mit ihrem leibhaftigen Ehemann, der vor nicht allzu langer Zeit beinahe ihr Exmann geworden wäre) folgen großartige Balladen („Family Portrait“, „Crystal Ball“). Irgendwann greift Pink alias Alecia Beth Moore zu Akustikgitarre und Barhocker und leidet herzergreifend an der Liebe: „I don’t believe you“. Die Menschen in der restlos gefüllten TUI Arena schwenken gefühlvoll ihre Handys im Takt.

Nebenbei stellt Pink klar, in welcher Liga sie spielt. Pink singt Queens „Bohemien Rhapsody“ - mit den programmatischen Zeilen: „Is this the real life? Is this just Fantasy?“ - und zollt auch Popkönigin Madonna Tribut, indem sie sich spärlich bekleidet auf einem roten Sofa räkelt, und dabei zum Vergnügen der 12.000 Zuschauenden tut, was sie singt: „I Touch Myself“.

Anders jedoch als Madonna beherrscht es Pink nicht nur, ihr Publikum zur Ekstase zu treiben, Pink beherrscht auch ihr Kerngeschäft: das Singen. Selbst beim rasanten Spurt über die Bühne trifft sie jeden Ton. Und man muss ihr nur zusehen, um ihr zu glauben, dass sie Playbackkonzerte verachtet und daher niemals nur tonlos die Lippen bewegen würde.

Der Blick lässt sich kaum abwenden, wenn Pink auf der Bühne turnt. „You make me crazy“, singt sie. Ihre Brust ist dabei nur mit einem aufgeklebten Herzen bedeckt. Hinter ihr wirbeln die Harlekine im Spiegelkabinett. Die Bühne ist eine Mischung aus Varieté und Alice-im-Wunderland-Kulisse.

Pink schreckt an diesem Abend zunächst vor dem Höhenflug zurück. Ist sie bei ihren vorherigen Auftritten noch am Trapez gen Hallendach entschwebt, um von dort oben kopfüber zu begeistern, hält sie sich am Sonntag mit derartigen Kunststücken zurück. So eine Welttournee ist eben auch für eine Künstlerin wie Pink kein Spaziergang. Pink und die Arena rocken trotzdem. Bodennah.

Ansonsten ist sie so furchtlos wie eh. Gießt ihr Privatleben samt berauschter Jugend in Liedzeilen, um es einem Millionenpublikum zu unterbreiten. Und das tut sie so intelligent wie erfolgreich. Pink verkörpert dank ihrer Rebellen- und Drogenvergangenheit glaubwürdig das Image der selbstbestimmten und selbstbewussten Frau. Das gefällt, und es verkauft sich hervorragend.

Weltweit hat die 30-Jährige mehr als 30 Millionen Alben verkauft, sie landete unzählige Charthits und ihre „Funhouse“-Tour zählt zu den erfolgreichsten des Jahres. Kurz gesagt: Das Ausrufezeichen in ihrem stilisierten Namensschriftzug trägt sie völlig zu recht: P!nk.