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Kultur Rockband R.E.M. löst sich auf
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10:06 22.09.2011
Michael Stipe ohne Band - R.E.M. löst sich auf. Quelle: dpa (Archivbild)
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Los Angeles

Die amerikanische Rockband R.E.M geht auseinander, ohne Streit und ohne Anwälte, wie die Mitglieder betonen. Nach drei Jahrzehnten Rockgeschichte ziehen die Musiker einen Schlussstrich. Am Mittwoch gab die Band um Frontmann Michael Stipe auf ihrer Webseite die Auflösung bekannt.

„Ich hoffe, dass unsere Fans verstehen, dass dies keine einfache Entscheidung war“, sagte Stipe. „Aber alle Dinge müssen enden, und wir wollten es richtig tun, auf unsere Weise“. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: „Wir gehen fort mit einem tiefen Gefühl von Dankbarkeit, von Endgültigkeit und mit Erstaunen über all das, was wir erreicht haben. An jeden, der jemals von unserer Musik berührt wurde, unser tiefster Dank fürs Zuhören.“

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Die Nachricht machte im Netz und in der Szene schnell die Runde. Auf der von Fans spontan eingerichteten Webseite „thankyourem.com“ trafen Dankesbotschaften aus aller Welt ein. Viele schrieben, dass die Songs von R.E.M. ihr Leben verändert hätten.

Die Band aus dem US-Bundesstaat Georgia mit Stipe, Bassist Mike Mills und Gitarrist Peter Buck war durch Hits wie „Losing My Religion“, „Everybody Hurts“, „Imitation Of Life“ und „Man on the Moon“ berühmt geworden.

Zu großer Druck von Plattenlabels

Ethan Kaplan, Leiter der R.E.M.-Fan-Seite „Murmurs.com“, sagte der Musikzeitschrift „Rolling Stone“, dass das Ende der Band vorhersehbar war. Der wachsende Druck von Plattenlabels, mehr Alben zu produzieren, hätte sicher zum Ausstieg von R.E.M. beigetragen, spekulierte Kaplan. Die Band habe immer „nach eigenen Vorstellungen“ agiert. Im Interview mit „Rolling Stone“ hatte Stipe 2007 betont: „Wir haben dies nicht angefangen, um damit Karriere zu machen. Wir wussten einfach, dass wir Lust darauf hatten und dass wir aufhören würden, wenn wir es nicht mehr machen wollten“.

Sie hätten sich stets wie Brüder geliebt und respektiert, teilte Mills am Mittwoch mit. „Es gibt keine Missklänge, kein Zerwürfnis, keine Anwälte, die sich streiten. Wir haben diese Entscheidung zusammen getroffen, freundschaftlich und im besten Interesse für jeden von uns. Es ist einfach der richtige Zeitpunkt“. Sie seien eine Gruppe von 19-Jährigen gewesen, die die Welt ändern wollten, schrieb Buck. In den Gründungsjahren war auch noch Schlagzeuger Bill Berry dabei, der die Band aber 1997 verließ.

Die Alternativ-Rocker, die sich 1980 als College-Band zusammenschlossen, nahmen im Laufe ihrer Musikkarriere mehrere Grammys und MTV-Music-Awards entgegen. 2007 wurden die Musiker in die legendäre Rock ’n’ Roll Hall of Fame aufgenommen.

In diesem Jahr brachten sie mit „Collapse Into Now“ ihr 15. Studioalbum heraus. Es stürmte im März auf Anhieb an die Spitze der deutschen Charts. Mit dem Song “Überlin“ lieferte das Trio eine Hommage an die deutsche Hauptstadt. Stipe besingt darin seine Streifzüge durch das Nachtleben Berlins. In einem Interview des Musikfachblatts „Rolling Stone“ nannte er Berlin „eine großartige Erfahrung“.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.