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Kultur Raubkunst-Streit um Paul Klees „Sumpflegende“
Mehr Welt Kultur Raubkunst-Streit um Paul Klees „Sumpflegende“
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13:01 19.12.2012
Museumsdirektor Prof. Christoph Stölzel und Chef-Restauratorin Ursula Führer verhinderten am 1992 die Beschlagnahme des Bildes „Sumpflegende“ von Paul Klee. Quelle: dpa
München

Im jahrelangen Streit um Paul Klees Gemälde „Sumpflegende“ hat das Landgericht München einen Vergleich empfohlen. „Man möge versuchen, eine gütliche Einigung zu finden“, sagte die Vorsitzende Richterin Inga Hansen am Mittwoch. Eine Gemeinschaft der Erben der Kunstsammlerin Sophie Lissitzky-Küppers fordert das Bild von der Stadt München zurück und hat eine Klage auf Herausgabe eingereicht.

Auch wenn bereits Anfang der 1990er Jahre ein Prozess um das Bild zugunsten der Stadt ausging, ist die neue Klage nach Auffassung des Gerichts zulässig. Schließlich handle es sich dieses Mal um andere Kläger. Im Jahr 1993 hatte das Landgericht München eine Herausgabeklage von Lissitzky-Küppers' Sohn abgewiesen.

Die Erben gehen davon aus, dass das Bild einst von den Nazis widerrechtlich beschlagnahmt wurde. Die Stadt München und die Gabriele Münter- und Johannes Eicher-Stiftung hatten das Ölbild 1982 für die Galerie im Lenbachhaus gekauft.

Am 24. April kommenden Jahres soll der Rechtsstreit vor Gericht weitergehen. Es sei ein „expliziter Gütetermin“, sagte Hansen. Es sei doch denkbar, das Bild im Münchner Lenbachhaus zu lassen und die Erben zu entschädigen. „Das wäre ein schönes Ergebnis“, sagte sie und sprach von einem „Akt der Gerechtigkeit“.

Der Streit schwelt schon seit Jahrzehnten, bislang scheiterten alle Einigungsversuche. Lissitzky-Küppers hatte das Gemälde im Jahr 1927 - zusammen mit weiteren Werken - als Dauerleihgabe an das Provinzialmuseum in Hannover gegeben, um ihrem Ehemann nach Russland zu folgen. Das Bild wurde 1937 von den Nationalsozialisten als „entartet“ beschlagnahmt, später in der Münchner Propaganda-Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt und 1941 an einen Nazi-Kunsthändler verkauft. 1962 versteigerte ein Kölner Auktionshaus das Gemälde.

dpa

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