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Kultur Programm für Musiktage vorgestellt
Mehr Welt Kultur Programm für Musiktage vorgestellt
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09:26 25.05.2012
Von Stefan Arndt
Katrin Zagrosek ist die neue Intendantin der Niedersächsischen Musiktage. Jetzt hat sie das Programm für die neue Saison vorgestellt. Quelle: Petrow
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Hannover

Unter ihrem Vorgänger Markus Fein war das Festival der Sparkassenstiftung zuletzt fast schon unheimlich erfolgreich - der Neuen tut es daher sicher ganz gut, erst einmal frei zu denken. Das hat Zagrosek jetzt offensichtlich erfolgreich getan: Jedes der 54 Konzerte führt die Freiheit bereits im Titel.

Besonders verdichtet wird das beim Eröffnungswochenende am 1. und 2. September in Duderstadt zu erleben sein. Dort wird nicht nur die jüngere Vergangenheit mit Wandelkonzerten und Raumklangaktionen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zum Klingen gebracht. Unter dem Motto „Stadtluft macht frei“ legt das Festival auch eine Spur in die mittelalterliche Vergangenheit der Stadt.

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Das eigentliche Eröffnungskonzert am Sonnabend in der Duderstädter St.-Cyriakus-Kirche sprengt dann alle Grenzen von Zeit und Raum. Händels Oratorium „Israel in Egypt“, das den Weg eines Volkes aus der Sklaverei in die Freiheit nachzeichnet, erklingt als ost-westliche Gemeinschaftsproduktion: Neben dem Tölzer Knabenchor und einem deutschen Barockorchester sind Musiker aus Israel und dem arabisch-muslimischen Kulturraum mit traditionellen Instrumenten mit von der Partie.

Ungewöhnliche Konzerte gibt es auch im Hermannshof Völksen, wo das Hamburger Ensemble Resonanz am 18. September gemeinsam mit dem Vokalartisten David Moss die unterschiedlichen deutschen Nationalhymnen untersucht, oder im Kloster Loccum, das Ausgangspunkt für eine historische Pilgerfahrt ist: Gemeinsam mit den Musikern von Concerto Romano und dem Loccumer Abt Horst Hirschler als Referenten heftet man sich am 22. September auf die Spuren von Martin Luthers Romreise des Jahres 1511.

Auch große Namen fehlen beim Festival nicht: Der Schauspieler Klaus Maria Brandauer etwa erinnert mit dem Klavierduo Grau/Schumacher gleich mehrfach (vom 6. bis zum 10. September in Nienburg, Göttingen, Lüneburg und Oldenburg) an die besondere Kindheit von Mozart. Mit Isabelle Faust ist am 19. September in Stuhr eine der interessantesten Geigerinnen ihrer Generation zu hören. Mit dem Orchester La Chambre Philharmonique unter der Leitung von Emmanuel Krivine spielt sie Beethovens Violinkonzert. Und die Barockspezialisten von Concerto Köln begleiten am 21. und 22. September in Zeven und Emden die wunderbare Sopranistin Nuria Rial.

Das Freiheitsmotto führt die Musiktage an dunkle Orte wie Gefängnisse und Vernichtungslager, aber auch in den Vogelpark Walsrode, wo am 8. September nicht nur die Nachwuchssänger des Mädchenchors Hannover im Programm auftreten, sondern auch Greifvögel und Ornithologen. Hannover kommt in diesem Jahr nur zweimal als Aufführungsort zum Zug: beim Mittagskonzert der Sparkassenstiftung (am 18. September mit dem Pianisten Alexander Melnikov) und beim Abschlusskonzert am 30. September. Im NDR Sendesaal umrahmen dann die Bremer Philharmoniker politische Satire von Dietmar Wischmeyer.

Der Vorverkauf beginnt am 1. Juni. Karten und Infos unter www.musiktage.de und unter (0800) 45665400.

25.05.2012
26.05.2012