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Kultur Politthriller „Argo" überzeugt bei Golden Globes
Mehr Welt Kultur Politthriller „Argo" überzeugt bei Golden Globes
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14:51 14.01.2013
Das Team um den Politthriller „Argo" von Ben Affleck konnte sich am Sonntag über zwei Golden-Globe-Auszeichnungen freuen Quelle: dpa
Los Angeles

Mit seinem Politthriller „Argo“ hat Ben Affleck dem großen Hollywoodveteranen Steven Spielberg die Golden Globes weggeschnappt. Spielberg war mit dem historischen Drama „Lincoln“ über den ehemaligen US-Präsidenten mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen um die Goldenen Weltkugeln gegangen. Doch bei der Preisgala in der Nacht zum Montag gab es dann nur eine Trophäe für Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis. Großer Gewinner war dagegen Schauspieler und Regisseur Affleck. Der 40-Jährige wurde für seine erst dritte Regiearbeit „Argo“ als bester Regisseur geehrt, der Film gewann außerdem den Globe-Hauptpreis. Weitere Auszeichnungen gingen an Michael Haneke und Christoph Waltz.

„Argo“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Politthriller, in dem Affleck auch selbst mitspielt, handelt von einer aberwitzigen CIA-Befreiungsaktion von US-Geiseln im Iran. Der US-Amerikaner Affleck, der mit der Schauspielerin Jennifer Garner verheiratet ist, arbeitet erst seit einigen Jahren als Regisseur. Ende der 90er Jahre feierte er mit „Good Will Hunting“ seinen Durchbruch. Dafür bekam er damals auch zusammen mit Matt Damon einen Oscar für das Drehbuch.

Der Österreicher Michael Haneke (70) setzte bei den Globes mit dem Altersdrama „Liebe“ seinen Erfolgszug fort. Nach der Goldenen Palme bei den Filmfestspielen in Cannes und vier Auszeichnungen beim Europäischen Filmpreis gewann Haneke jetzt den Globe in der Sparte „Fremdsprachiger Film“.

Auch Christoph Waltz (56) konnte sich erneut über einen Golden Globe freuen. Der Oscarpreisträger wurde für seine Nebenrolle in „Django Unchained“ von Regisseur Quentin Tarantino geehrt. „Lasst mich erst mal Luft schnappen“, sagte der Schauspieler sichtlich überrascht beim Empfang der Trophäe. Der gebürtige Wiener hatte 2010 seinen ersten Nebenrollen-Globe mit „Inglourious Basterds“ gewonnen.

Für jede Menge Wirbel sorgte auch Jodie Foster. Als die 50-Jährige den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk und ihre Verdienste um die Filmkunst annahm, hielt sie eine lange Dankesrede - in der sie auch offen über ihre Homosexualität sprach und ihrer langjährigen Ex-Lebensgefährtin für deren Unterstützung dankte. Beim Kurznachrichtendienst Twitter löste Foster damit innerhalb kürzester Zeit eine Flut von Kommentaren aus. Viele Nutzer sprachen dem Hollywoodstar ihre Anerkennung aus. Einige erklärten gar, dass Foster sie zu Tränen gerührt habe.

Anders als bei den Oscars gibt es bei den Globes einen Hauptpreis sowohl für das beste Drama als auch in der Sparte Musical/Komödie. In diesem Jahr gingen an Tom Hoopers Filmmusical „Les Misérables“ drei Trophäen: für das beste Musical, für Hauptdarsteller Hugh Jackman und seinen Co-Star Anne Hathaway in einer Nebenrolle.

Die Trophäen vom Verband der Auslandspresse (HFPA) wurden zum 70. Mal verliehen. Die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler moderierten die Gala. Das freche Frauen-Duo, das die Zuschauer mit zahlreichen bissigen Witzen amüsierte, löste damit den Briten Ricky Gervais ab. Er hatte die Gala drei Mal moderiert.

Die Preis-Show, bei der reichlich Champagner floss, lockte die gesamte Hollywoodprominenz an. Unter anderem George Clooney, Julia Roberts, Robert Pattinson, Robert Downey Jr. und Arnold Schwarzenegger händigten Trophäen aus. Der frühere US-Präsident Bill Clinton, der den Film „Lincoln“ vorstellte, erhielt stürmischen Applaus.

Kritik an Golden Globes für „Argo" im Iran

Der Erfolg für den in Teheran spielenden Film „Argo“ bei der Verleihung der Golden Globes ist in iranischen Medien auf Kritik gestoßen. Die Nachrichtenagentur Fars bezeichnete den Streifen von US-Regisseur und Schauspieler Ben Affleck am Montag als „anti-iranisch“ und nannte die Auszeichnung des Politthrillers als besten Film einen „fragwürdigen Schritt“. Hinter dem Film stecke Israel. Ähnlich äußerte sich die Nachrichtenagentur Mehr: „Affleck hat endlich den Preis für seine Lügen erhalten.“
„Argo“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der mehrfach Oscar-nominierte Film, in dem Affleck auch selbst mitspielt, handelt von einer aberwitzigen CIA-Befreiungsaktion von US-Geiseln im Iran vor 33 Jahren. Damals hatten Anhänger des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Khomeini die US-Botschaft gestürmt und zahlreiche Amerikaner in ihre Gewalt gebracht. Bei der Verleihung am Sonntagabend in Beverly Hills hatte Affleck für „Argo“ auch den Regiepreis erhalten.
Im Iran ist nach Medienberichten bereits ein „Gegenfilm“ zu „Argo“ geplant. Regisseur Ataollah Salmanian werde in dem Streifen „Joint Command“ die iranische Sichtweise auf die US-Geiselbefreiung im Jahr 1980 darstellen, hieß es am Wochenende. „Argo“ ist im Iran verboten, findet jedoch auf dem Schwarzmarkt regen Zuspruch.

dpa/mhu

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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