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Kultur Opernhäuser setzen an den Feiertagen auf Klassiker
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09:15 19.12.2012
So wie auch die bayerische Staatsoper in München setzen die Opernhäuser an den Feiertagen auf Klassiker. Quelle: dpa
Berlin

„Zauberflöte“, „Nussknacker“, „Hänsel und Gretel“: An den Feiertagen setzen die Opernhäuser überwiegend auf bewährte Klassiker. Leichte Kost ist angesagt, wie eine dpa-Umfrage ergab. Manche Inszenierungen laufen schon seit Jahrzehnten.

Die Bayerische Staatsoper in München zeigt zum Verdi-Jahr 2013 am ersten Weihnachtstag ihre neue „Rigoletto“-Inszenierung von Árpád Schilling, am zweiten Feiertag steht gleich zweimal Peter Tschaikowskys „Nussknacker“-Ballett auf dem Programm. Alle Weihnachtsaufführungen sind komplett ausverkauft. Für Kinder läuft am 22. Dezember „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck.

Zu Silvester gibt es auch in diesem Jahr wieder die traditionelle „Fledermaus“ von Johann Strauss. „Die ist schon seit Wochen ausverkauft“, sagte eine Opernsprecherin. Das Residenztheater gibt zu Weihnachten Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Am zweiten Weihnachtstag steht das Kinderstück „Pünktchen und Anton“ auf dem Programm. Etwas weniger klassisch geht es in den Münchner Kammerspielen zu. Zum ersten Weihnachtstag spielt man dort Elfriede Jelineks neues Stück „Die Straße. Die Stadt. Der Überfall“ über die Münchner Maximilianstraße. An Silvester gibt es Rainer Werner Fassbinders „Satansbraten“.

An der Hamburgischen Staatsoper steht am 23. Dezember Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ auf dem Programm, an den beiden Weihnachtsfeiertagen gibt es das Ballett „Illusionen - wie Schwanensee“ von John Neumeier. An Silvester präsentiert Opernintendantin Simone Young „ihren ganz persönlichen Überraschungscocktail“. Das Thalia Theater zeigt Weihnachten den „Sommernachtstraum“ von Shakespeare und das Jugendmärchen „Geisterritter“ von Cornelia Funke. Am Schauspielhaus gibt es die zynische Komödie „Der Vorname oder Zu Gast bei guten Freunden“ und „The Right Bullets“ mit Dominique Horwitz. „Zauberflöte“ auch in Bremen: Am 25. Dezember steht die Mozart-Oper im Theater am Goetheplatz auf dem Spielplan.

Die Semperoper in Dresden setzt ebenfalls auf Bewährtes - „was die Zuschauer um Weihnachten herum gerne in der Oper sehen“, erklärte Sprecherin Christine Diller. Auf dem Programm stehen Klassiker wie „Der Nussknacker“, „Hänsel und Gretel“ oder „Die Zauberflöte“. Besonders beliebt ist Tschaikowskys „Nussknacker“, alle 1300 Plätze sind längst ausverkauft. „Wer Karten haben möchte, sollte sie bereits mit Bekanntgabe des Spielplans im März buchen“, empfiehlt Diller.

Zum Jahresende können die Zuschauer in der Semperoper aber Entdeckungen jenseits der Klassiker machen - etwa mit dem amüsanten Intermezzo „Dorina e Nibbio“ oder dem Einakter „Mario und der Zauberer“ nach Thomas Mann.

In der Wiener Staatsoper steht wie jedes Jahr an Silvester und Neujahr die Johann-Strauß-Operette „Die Fledermaus“ auf dem Programm. Beide Veranstaltungen sind ausverkauft. An und um Weihnachten herum zeigt das Haus am Ring den Ballett-Klassiker „Der Nussknacker“, auch da sind alle Karten weg. Im Burgtheater herrscht zur Jahreswende unter anderem ein Piefke: Der deutsche, in Österreich lebende Kabarettist Dirk Stermann liest aus seinem Buch „6 Österreicher unter den ersten 5“ und „vergeht sich am allerheiligsten Wienerlied“ mit Akkordeonbegleitung - eine Österreich-Abrechnung.

Die Oper Frankfurt hat sich gegen Leichtverdauliches am ersten Weihnachtsfeiertag und Silvester entschieden. Die Barockoper „Giulio Cesare in Egitto“ (Cäsar in Ägypten) von Georg Friedrich Händel ist immerhin vier Stunden lang und das wirre Handlungsgestrüpp nicht leicht zu lichten. Aber sie enthält einige der schönsten Arien, die Händel je geschrieben hat - und die in Frankfurt von Sängern der absoluten Spitzenliga dargeboten werden. Die Inszenierung bietet prächtige Bilder mit ein paar absurden Elementen - Barockmusik, die Augen und Ohren glücklich macht.

Keine Adventszeit ohne „Hänsel und Gretel“: Schon seit Anfang Dezember steht Engelbert Humperdincks Oper traditionell auf dem Spielplan der Staatsoper Hannover, und die Karten sind begehrt. „Die uralte Kult-Inszenierung stammt noch aus den 60er Jahren“, sagte Chefdramaturg Klaus Angermann. Ein weiteres Familienstück in diesem Jahr ist „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. Stefan Johannes Hanke komponierte das Musiktheater für Zuschauer ab sieben Jahren im Auftrag der Staatsoper. Das Haus setze aber in der Weihnachtszeit nicht nur auf altbewährte Klassiker, betonte Angermann. So laufe auch Gioacchino Rossinis relativ unbekannte, aber sehr witzige Oper „Die Reise nach Reims“.

Die Deutsche Oper Berlin setzt mit Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ ihre jüngste Neuproduktion auf das Weihnachtsprogramm. Die Geschichte des an Trauer und Missmut erkrankten Prinzen und die Versuche, ihn aufzuheitern, hatten unter Regie des Kanadiers Robert Carsen vor kurzem Premiere - mit großem Erfolg. Zu Silvester gibt es Rossinis Klassiker „Der Barbier von Sevilla“ - gleich zweimal an einem Tag. An der Komischen Oper schmachtet und hustet an Weihnachten Verdis „Traviata“.

Die Berliner Staatsoper, die wegen des Umbaus des historischen Hauses Unter den Linden im Schillertheater untergebracht ist, lässt zu Weihnachten Puccinis „La Bohème“ spielen. Zu Silvester und Neujahr dirigiert traditionell Daniel Barenboim die Staatskapelle Berlin mit Beethovens Neunter. In der Philharmonie singt zum Jahresausklang Cecilia Bartoli, die Philharmoniker dirigiert dabei der Chef persönlich, Sir Simon Rattle.

Das Staatstheater Cottbus setze neben dem klassischen Weihnachtsrepertoire mit „Hänsel und Gretel“ und dem Ballett „Romeo und Julia“ auf neue und ungewöhnliche Produktionen, berichtet die Theatersprecherin Gabriela Schulz. Dazu zählten die Uraufführung der Tanzkomödie „Harlekin“ von Giorgio Madia für Kinder ab fünf Jahren und die Oper „Der Fall des Hauses Usher“ mit der Musik von Philip Glass.

Kinderopern stehen bei der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg hoch im Kurs. Das romantische Werk „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck hat sogar schon Kultcharakter: Seit über 40 Jahren zeigt die Operngemeinschaft dieselbe Inszenierung zur Weihnachtszeit. Eltern, die „Hänsel und Gretel“ selbst als Kinder gesehen hätten, kämen nun mit ihren Kindern zu der Aufführung, sagt Pressesprecherin Tanja Brill. „Das ist eine Inszenierung, die wir erhalten.“

Bei den Erwachsenen setzt die Rheinoper zu Weihnachten auf zwei bewährte Mozart-Klassiker: „Don Giovanni“ und „Figaros Hochzeit“. Ein Opern-Besuch sei ein beliebtes Geschenk, sagt Brill. „Insofern liegt es nahe, nicht unbedingt etwas ganz Unbekanntes auf den Spielplan zu setzen.“

Mit den Mozart-Opern „Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“ geht es auch an der Stuttgarter Oper traditionell zu. Die Taktik geht auf: Alle Vorstellungen sind laut Opernsprecherin Claudia Hamann sehr stark nachgefragt. Am 1. Januar verzichtet die Oper auf Strauss'sche Walzerseligkeit und spielt beim Neujahrskonzert unter dem Titel „Ein Lächeln“ auch eher ungewöhnliche Stücke von Komponisten wie Rameau/Zagrosek oder Messiaen.

dpa

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