Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur Norwegerin Kari Bremnes kommt nach Hannover
Mehr Welt Kultur Norwegerin Kari Bremnes kommt nach Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:25 08.11.2012
Von Uwe Janssen
Ist es am Ende einfach Pop? Kari Bremnes überlegt noch. Quelle: Bengt E.Hanssen
Hannover

Kari Bremnes war schon oft in Hannover. Im Pavillon am Raschplatz. Sie kommt aus Norwegen. In dieser Kombination ist man mit dem Etikett „Weltmusik“ schnell bei der Hand. Wenn man allerdings ihre CDs im Laden sucht, findet man sie häufig unter Jazz. Aber was ist mit den Chansons? Und was ist, wenn eine ferne E-Gitarre schwebende Töne auf einen Keyboardteppich sprenkelt, wie es Pink Floyd nicht besser hätte tun können? Ist es am Ende einfach Pop?

Der 55-jährigen Norwegerin mit dem fast jugendlichen Charme kann das alles nur recht sein. Sie sitzt musikalisch nicht zwischen den Stühlen, sondern auf jedem mal. Dabei ergänzen sich bei ihrer Musik eigentlich nur zwei Komponenten sehr gut: die sehr fein beobachteten und entfalteten Geschichten von Bremnes und ihre großartige vierköpfige Band. Das Quartett ist derzeit auf Deutschlandtournee dabei, es spielt aber auch die CDs mit ein und bringt den Sound in beiden Fällen gleichermaßen zum Schweben. Ein schönes Beispiel ist das neue Album „Og så kom resten av livet“ (Und dann kam der Rest deines Lebens). Lieder von der Einsamkeit, Lieder vom Verlassenwerden, aber auch Lieder der Hoffnung. Und „Mann på rommet“ (Mann im Zimmer), das Lied von der Frau, die den Mann, den sie liebt, einsperrt, um ihm ihre Vorstellungen von Liebe zu lehren.

Vielleicht fallen einem solche Texte ein, wenn man sich wie Kari Bremnes von Zeit zu Zeit aus dem lebhaften Oslo auf die Lofoten zurückzieht, eine Inselgruppe vor der norwegischen Atlantikküste nördlich des Polarkreises. Hier, im 4000-Einwohner-Städtchen Svolvær, ist Kari Bremnes 1956 geboren, und hier sucht sie immer wieder die Abgeschiedenheit. Allein. Allein ist nicht einsam. Sagt sie. Allein muss sein. Sagt sie. Jedenfalls von Zeit zu Zeit. Allein mit Wald, Fjord, ein paar Rentieren und einer Straße, auf der nur selten ein Auto vorbei- fährt. Dort steht ihr Haus. Dort schreibt sie viele Texte. Auf Norwegisch. Sie hat es auf Englisch versucht. Aber ihre Fans, die sie außerhalb von Skandinavien vor allem in Deutschland und Frankreich hat, wollten sie lieber in ihrer Muttersprache singen hören - selbst, wenn sie die Texte nicht verstehen oder durch ein Internet-Übersetzungsprogramm jagen müssen. Hat ja nicht jeder einen Norweger zur Hand.

Manche ihrer Texte sind geprägt von diesem Alleine, vom geschärften Blick, einer zugespitzten Wahrnehmung. „På kanten av et liv“ (Am Rande eines Lebens) setzt auch musikalisch diese Zuspitzung um. Mit wenigen Tönen aus Piano und Gitarrentremolo und mystischen, stoischen Paukenschlägen wird permanent eine Spannung gehalten, auf der Bremnes mit ihrer ganz leicht angerauten Stimme ihre in leiser Dramatik gipfelnde Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte der norwegischen Schriftstellerin Dagny Juel, die mit Edvard Munch und August Strindberg befreundet war und mit 33 Jahren von ihrem jungen Liebhaber ermordet wurde. In Georgien. Eine seltsame Geschichte. Der Song erzählt die Geschichte der Zugfahrt nach Georgien.

Mehr als ein Dutzend Alben hat die frühere Historikerin und Journalistin gemacht, einige Konzeptalben sind darunter wie „Svarta Bjørn“ (Schwarze Bärin) über die norwegische Arbeiterheldin Anne Norge (an dem auch audiophile Musikfreunde ihre helle Freude haben), dazu vertonte Gedichte oder Briefe.

Sie erzählt Geschichte und Geschichten. Und solange sie auf den Lofoten dem Alleinsein frönt, wird das auch so bleiben.

Kari Bremnes: „Og så kom resten av livet“ (Strange Ways).

An diesem Sonnabend um 20 Uhr spielt Kari Bremnes im Theater am Aegi. Karten an allen Vorverkaufsstellen.

Abschiedstournee mit Apfelkuchen: Ein Besuch bei den Dubliners in Hannover – vor und hinter der Bühne

Heinrich Thies 11.11.2012

Fulminanter Erfolg für James Bond: Der neue Film „Skyfall“ mit Daniel Craig als Agent 007 legte mit 1,88 Millionen verkauften Tickets den besten Kinostart des Jahres hin, wie media control mitteilte.

07.11.2012

Knapp ein halbes Jahr nach der Trennung von Tom Cruise steht Schauspielerin Katie Holmes für ihre zweite große Broadway-Premiere auf der Bühne. Mit Szenenapplaus und Ovationen wird das Stück gefeiert - und auch darin dreht sich alles um eine Scheidung.

06.11.2012