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Kultur Niedersächsischer Staatspreis verliehen
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19:26 23.10.2012
Der Schriftsteller Georg Klein freute sich bereits während der Leipziger Buchmesse 2010 über eine Auszeichnung am in der Kategorie Belletristik für sein Werk „Roman unserer Kindheit“. Quelle: dpa
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Hannover

Der bedeutendste Preis des Landes ist mit insgesamt 35000 Euro dotiert und wird am 21. November in Hannover verliehen, wie die Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Er wird seit 1978 an Persönlichkeiten vergeben, die sich besonders um das Land verdient gemacht haben. Die Auszeichnung, die aus dem früheren Niedersachsenpreis hervorgegangen ist, wird alle zwei Jahre verliehen; 2010 erhielten Schauspieler Ulrich Tukur und Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagenstiftung, einen Staatspreis.

Der neue Preisträger Ulrich Reimers ist Professor der Technischen Universität Braunschweig, deren Institut für Nachrichtentechnik er leitet. Der promovierte Ingenieurwissenschaftler habe die technische Entwicklung des digitalen Fernsehens verantwortet, hieß es. „Braunschweig wurde durch ihn zu einem weltweit bekannten Forschungszentrum auf dem Gebiet des Digitalen Fernsehens.“

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Georg Klein ist Wahlniedersachse. Der gebürtige Augsburger - der dem Fußballverein seiner Heimatstadt immer noch verbunden ist - lebt am Dollart im ostfriesischen Rheiderland. Klein zählt zu den wichtigsten deutschen Autoren der Nachwendezeit. In seinem jüngsten „Roman unserer Kindheit“ (erschienen 2010 im Rowohlt Verlag) lässt der heute 59-Jährige eine noch von der Nachkriegszeit geprägte Kindheitswelt der sechziger Jahre lebendig werden.

Klein, der schon öfter bei Lesungen in Hannover zu erleben war, hatte seinen literarischen Durchbruch im Jahr 2000, als er den Ingeborg-Bachmann-Preis beim Klagenfurter Wettlesen erhielt. Nach dem Gewinn dieser Auszeichnung veröffentlichte der Autor kurz nacheinander von der Kritik stark beachtete Bücher wie die schräge Detektivgeschichte „Barbar Rosa“, „Die Sonne scheint uns“ und „Sünde Güte Blitz“.

Für den „Roman unserer Kindheit“ hat der Schriftsteller vor zwei Jahren den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik erhalten. Damals lobte die Jury, dass Klein „überbordend poetisch“ ein Zeitpanorama entfalte. Dieses Überbordende ist ebenso typisch für Kleins Texte wie die eigenartig schaurig-märchenhafte Atmosphäre, die viele seiner Romane und Erzählungen entfalten. Dafür hat die Stadt Hanau den Wahlniedersachsen mit dem Brüder-Grimm-Preis ausgezeichnet.

tur/epd