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Kultur Neues im Museum August Kestner
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19:31 16.01.2013
Von Simon Benne
Das Auge isst auch mit: Die Ausstellung „food design“ widmet sich vom März an dem Anrichten von Lebensmitteln.
Hannover

Der Diplomat hatte ein bewegtes Leben geführt. In Istanbul hatte Paul von Tischendorf gelebt, in Aleppo und in Jerusalem. Als er 1914 an seinem Alterssitz in Hannover starb, vermachte seine Witwe dem heutigen Museum August Kestner die Schätze, die ihr Mann über die Jahre zusammengetragen hatte: archäologische Funde von der Insel Zypern.

Die bislang noch nie gezeigten Stücke – vor allem Keramik und Plastiken – stehen vom 13. Februar an im Mittelpunkt der ersten größeren Ausstellung des Hauses im Jahr 2013. „Wir zeigen Schätze von der frühen Bronzezeit bis in die islamische Epoche des 9. Jahrhunderts“, sagte Kuratorin Anna Viola Siebert bei der gestrigen Vorstellung des Jahresprogramms. Insgesamt sollen bei der Zypern-Ausstellung „Von Aphrodites Insel“ 200 Objekte zu sehen sein. Ein Teil davon kam um 1900 in den Bestand des Hauses, doch über ihre Herkunft ist kaum etwas bekannt: „Sie sind mit ,Peter-Meyer’ beschriftet und stammen wohl aus einer Privatsammlung“, sagt Siebert.

Hannovers ältestes Museum verdankt seinen Fundus zum größten Teil privaten Sammlern wie August Kestner oder dem Druckereibesitzer Friedrich Culemann, der sich vor allem auf mittelalterliche Preziosen spezialisiert hatte. Die Stadt erwarb seine Sammlung 1887, zwei Jahre vor der Eröffnung des Museums. In der Ausstellung „BürgerSchätze“, dem wohl ambitioniertesten Projekt des Jahres, präsentiert das Haus vom 12. September an solche Kollektionen, die durch Mäzenatentum, Kunstsinn und bürgerschaftliches Engagement in seine Bestände gekommen sind.

Ein pikantes Thema hat sich die Ausstellung „food design“ vorgenommen, die am 14. März eröffnet: „Es geht darin um den Umgang mit Lebensmitteln“, sagt Museumsdirektor Wolfgang Schepers. Vom Fischstäbchen bis zum Würfelzucker, von der Toblerone bis zum Keks sind Esswaren heute designt. Teils ist ihre Gestaltung praktischen Erwägungen bei der Verpackung geschuldet, teils sind Farbe und Form ganz auf die Sinnlichkeit der Nahrungsaufnahme abgestimmt. Das Auge isst mit – das weiß auch die Lebensmittelindustrie.

Werke aus dem „Skurrilen Bestiarium“ der Künstlerin Dietlind Preiss sind dann vom 5. Dezember an im Museum zu sehen. Die phantasievollen und teils grotesken Objekte tragen Namen wie „Damenmops“ oder „Tod auf dem Fahrrad“ und sollen neben Exponaten in der Dauerausstellung platziert werden - als ironische Kommentare zu diesen.

Im vergangenen Jahr zählte das Museum rund 33800 Besucher, etwas weniger als 2011. Wohl auch deshalb will das Haus künftig verstärkt junges Publikum ansprechen. Das neue Angebot „Kestners Kinderakademie“ wirbt gezielt um Sechs- bis 13-Jährige: Ein halbes Jahr lang stehen dabei Vorlesungen für Kinder, Familienaktionen, Forscher-Workshops und Taschenlampenführungen auf dem Programm. „Wir wollen bei Kindern nachhaltiges Interesse an dem wecken, was unser Haus zu bieten hat“, sagt Museumspädagogin Carmen Vey.

„Wir nehmen die Herausforderung, unsere Attraktivität zu steigern, sehr ernst“, sagt Direktor Schepers. Schließlich müssten sein Haus, das neue Schlossmuseum und das Historische Museum gemeinsam von 2014 an jährlich 150.000 Euro einsparen. Mit externen Experten beraten die Museumsmacher inzwischen darüber, wie sie ihre Arbeit verbessern können. Der nächste Workshop ist für den heutigen Donnerstag angesetzt.

Informationen zum Programm des Museums Infos unter (0511) 168 42120 oder www.museum-august-kestner.de.

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