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Kultur „NDR Kultur Sachbuchpreis“ verliehen
Mehr Welt Kultur „NDR Kultur Sachbuchpreis“ verliehen
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06:15 23.11.2012
Von Ronald Meyer-Arlt
Von links: Dirk Laabs, Programmdirektor Joachim Knuth und Preisträger David Van Reybrouck auf der Gala. Quelle: Surrey
Hannover

Viele Autoren wissen natürlich auch, wie’s geht, und schreiben Bücher, die alles haben, was ein Bestseller haben muss – aber sie stehen dann doch nicht zwangsläufig auf der Bestenliste. Da kann eine Auszeichnung hilfreich sein. Der „NDR Kultur Sachbuchpreis“ jedenfalls soll besonders gelungene Sachbücher ins Rampenlicht rücken und die Gattung stärken, von der es manchmal heißt, sie sei ein bisschen trocken.

Gestern wurde der Preis im Rahmen einer recht unterhaltsamen Gala im Festsaal des Alten Rathauses in Hannover verliehen. Es war ein Fest der Bücher, untermalt von den Klängen der Klarinettistin Sharon Kam. Joachim Knuth, NDR Programmdirektor, sagte: „Wir wollen Bücher auszeichnen, die über den Tag hinaus Bestand haben.“ Und genau danach haben sieben Juroren Ausschau gehalten: Franziska Augstein von der „Süddeutschen Zeitung“, Patricia Schlesinger, Kulturchefin vom NDR-Fernsehen, Joachim Knuth, NDR Hörfunk Programmdirektor, Hendrik Brandt, Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, sowie der Autor und Moderator Roger Willemsen.

Der belgische Autor David Van Reybrouck erhält den mit 15 000 Euro dotierten Sachbuchpreis für sein Buch „Kongo. Eine Geschichte“ (Suhrkamp Verlag, 784 Seiten, 29,95 Euro). Es ist ein großartig recherchiertes, spannend komponiertes und außerordentlich gut geschriebenes Buch. Und es ist zutiefst verunsichernd. Van Reybroucks Buch geht einem nahe. Das hängt damit zusammen, dass er vor allem Betroffene zu Wort kommen lässt; sein Rechercheaufwand muss enorm gewesen sein. Ihm gelingt etwas, das viele Autoren anstreben, manche vollmundig verkünden und nur wenige wirklich erreichen: Sein Buch öffnet Horizonte. Jurysprecher Knuth lobte das Buch als „exemplarische Tiefenbohrung in die Geschichte eines afrikanischen Landes“. Es werde zu einem „Blick in die Menschheitsgeschichte schlechthin“.

Gemeinsam mit dem Preis des NDR wird seit zwei Jahren ein weiterer Sachbuchpreis verliehen: der Opus Primum. Mit diesem Förderpreis, der mit 10 000 Euro dotiert ist, unterstützt die VW-Stiftung die Arbeit eines Nachwuchsautors. In diesem Jahr hat sich die Jury für ein Buch des Hamburger Journalisten Dirk Laabs entschieden.

Faktenreich und spannend erzählt Laabs in „Der deutsche Goldrausch“ (Pantheon Verlag, 384 Seiten, 16,99 Euro) die Geschichte der Treuhand, die nach der Wiedervereinigung die Aufgabe hatte, die Volkseigenen Betriebe der DDR zu privatisieren oder aber stillzulegen. Laabs berichtet von Abenteurern und Betrügern, und er berichtete auch von Plänen, das Staatseigentum der DDR der Bevölkerung, die es erarbeitet hat, zurückzugeben.

Seine Recherchen für das Buch waren Grundlage eines Dokumentarfilms, der vor Kurzem in die Kinos kam – allerdings nicht in der von Laabs geplanten Form. Es gab Streit. Den beteiligten Sendern SWR, MDR und NDR sowie dem Produzenten Thomas Kufus waren die ersten 15 Minuten zunächst zu faktenlastig, wie es heißt. Sie ließen den Film gegen Laabs Willen umschneiden. Laabs zog seinen Namen zurück. Auch eine geplante TV-Neufassung kam nicht zustande. Aufmerksamkeit für sein Buch erhält er nun aber immerhin durch den Preis.

Die deutsche Dokumentation „Musik als Waffe“ von ZDF und Arte ist am Montagabend (Ortszeit) in New York mit einem International Emmy Award ausgezeichnet worden. Der Film, der zeigt wie Musik im Krieg eingesetzt werden kann, gewann die begehrte Trophäe in der Kategorie Kunst, wie die Veranstalter mitteilten.

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