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Kultur Musizieren auf eigene Gefahr
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18:33 20.08.2012
Beflügelt: Kai Wessel, Danya Segal und Olga Motta (v.l.). Quelle: Anastassakis
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Hannover

Noch fahren Bauarbeiter ihre Maschinen geräuschvoll durch das leergeräumte Areal. Nur eine kleine Holzbühne verweist darauf, was in einigen Tagen in der alten Industriehalle geschehen wird. Hier, in der weiträumigen hannoverschen Hanomag-Halle 1, wo während des Zweiten Weltkrieges Panzer und Granaten gebaut wurden, wird am 29. August unter der Regie von Olga Motta die Inszenierung „Liebe und Krieg“ mit namenhaften Künstlern wie Countertenor Kai Wessel und Sopranistin Ana Durlovski aufgeführt werden. Ausgewählte Arien Georg Friedrich Händels, die menschliche Abgründe in Töne fassen, wurden dafür neu zusammengestellt und erzählen eine eigene Geschichte über die Euphorie und das Leid des Krieges.

Olga Motta ist Hannovers Opernfreunden bestens bekannt. Ihre Mozart-Inszenierung „Lucio Silla“ wurde von der „Gesellschaft der Freunde des Opernhauses“ 2006 zur Aufführung des Jahres gewählt. Die gebürtige Berlinerin denkt gern an jene Zeit zurück und bekennt: Die Arbeit an „Liebe und Krieg“ sei für sie „wie nach hause zu kommen“. Dabei kam die Bühnenbildnerin eher zufällig zur Regie. Geholt hatte sie das Team um Produzentin Danya Segal, das Barockmusik zeitgemäß vermittelt und so schon tausende Zuschauer begeistert hat. Von da an ist Olga Motta bei beiden geblieben: der Regie und Segal.

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„Liebe und Krieg“ ist bereits der zweite Teil ihrer gemeinsamen Händel-Triologie, die im vergangenen Jahr mit „Eifersucht“ begann, das unter anderem im Amtsgericht Hannover aufgeführt wurde, und im kommenden Jahr mit „Ewigkeit“ enden wird.

Das Spielen an ungewöhnlichen Orten gehört zum Konzept. Nicht nur, weil Räume wie die denkmalgeschützte Industriehalle ganz besonders wirken, sondern auch, weil so ein Publikum angesprochen werden soll, das sonst kein Opernhaus betritt. Die besondere Kulisse erfordert allerdings auch manches Wagnis. Das Betreten der Feuertreppen geschieht auf eigene Gefahr. Bislang zeigen sich die Musiker hiervon jedoch nur wenig beeindruckt.

Karten für die Veranstaltung gibt es im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, oder unter www.vvk-kuenstlerhaus.de oder (0511)16841212

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