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Kultur Moby präsentiert neues Album „Wait for Me“
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13:20 24.06.2009
Spielt zur Not auch für sich allein: Moby Quelle: Steffi Loos/ddp

Lynch sprach beim britischen Filmpreis BAFTA über Kreativität und Moby fühlte sich extrem berührt. „In diesem Moment entschloss ich mich, viel persönlichere Platten zu machen“, sagte der US-Sänger, DJ und Produzent. „Platten, die vielleicht etwas experimenteller, schwieriger und weniger eingängig sind, aber künstlerisch und kreativ mehr Befriedigung bringen.“ Mobys neues Album „Wait for Me“ kommt laut Plattenfirma Ministry am Freitag (26. Juni) auf den Markt.

Zwar unterscheidet sich das Werk deutlich von Mobys letztjährigem Album, dem Disco-Experiment „Last Night“, doch komplett neu erfinden tut sich der 43-Jährige nicht. Vielmehr präsentiert er sich ähnlich ruhig und melancholisch wie auf seinem Album von 1999, „Play“, dem er den internationalen Durchbruch verdankt.

Der Song „Mistake“ erinnert stark an den Sound der britischen Wave-Band Joy Division - was nicht wirklich Zufall ist. Abgemischt wurde „Wait for Me“ nämlich von Punkrock-Produzent Ken Thomas, der auch schon den Platten von Bands wie Buzzcocks, Wire und Public Image den letzten Schliff verlieh. Für Moby keine unbekannte Welt: Zu Schulzeiten hatte er die Hardcore-Punk-Band Vatican Commandos gegründet.

Für sein neues und spartanisches Album verzichtete Moby („Why Does My Heart Feel So Bad?“) laut Ministry auf teure Studios, High-Tech-Elektronik und Imageberater. „Es ist irgendwie total entspannend, alles in Eigenregie zu machen, ganz ohne Hintergedanken an den Musikmarkt“, sagte er. Und so entstand „Wait for Me“ auch ganz privat bei ihm zuhause, das Cover gestaltete Moby selbst, die Fotos machte ein Freund. Seine neuen Songs seien „sehr ehrlich, direkt und individuell“, sagte der 43-Jährige im Interview mit dem Musikmagazin „Melodie & Rhythmus“.

Beim Internetauktionshaus Ebay entdeckte Moby zahlreiche alte Instrumente und Aufnahmegeräte, Verstärker und Synthesizer, die er für „Wait for Me“ nutzte, weil sie „genau richtig klangen“, um seine Vorstellungen von einer warmen und intimen Platte umzusetzen. Und auch sein Ideengeber Lynch („Blue Velvet“) wurde einbezogen. Er filmte das Video für den Song „Shot in the Back of the Head“.

Angeblich kann Moby es sich inzwischen leisten, Musik nur für sich selbst zu machen. „Ich bin in der glücklichen Lage, künstlerische Freiheit zu besitzen und trotzdem meine Rechnungen bezahlen zu können“, sagte er „Melodie & Rhythmus“. Wenn sich seine neue Platte verkaufe, sei das „prima“, „wenn nicht, auch nicht so schlimm“. Da „Wait for Me“ ein durchaus hörenswertes Werk geworden ist, wird sich Moby indes um die Verkaufszahlen wohl ohnehin keine Gedanken machen müssen.

Der Musiker zählt zu den bekanntesten Künstlern der Dance-Szene. Er war einer der ersten, der Anfang der 1990er Jahre aus dem Schatten der Plattenspieler in den Vordergrund trat und der elektronischen Musik ein Gesicht gab.

ddp

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