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18:24 07.07.2013
Von Kristian Teetz
Maxim hat sein viertes Album „Staub“ veröffentlicht. Quelle: Warner
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Hannover

Wir wissen nicht, ob Maxim ab und an auch gute Laune hat und Zuversicht versprüht. Wenn ja, dann singt er zumindest nicht darüber. Sein Album „Staub“ ist voll von gescheiterten Wochenendbeziehungen („Staub“), bekämpfter Sehnsucht („Meine Soldaten“), deprimierender Verlassenheit („Pfennig ohne Glück“) und Selbstzweifeln („Hier“).

Aber Melancholie ist ja nicht der schlechteste musikalische Ratgeber. Maxim hat sie zumindest zu einem Album angetrieben, das so voll von poetischen Liedern ist, dass es noch eine Menge Staub aufwirbeln könnte. Das liegt zum einen an der eingängigen Popmusik. Dazu kommt die rauchige Stimme Maxims, die in weicheren Momenten an Flowerpornoes-Sänger Tom Liwa erinnert. Vor allem finden Maxims Texte für schon hundertmal erlebte und tausendmal besungene Trennungen, die Liebe und die Suche nach dem Glück eine schöne neue Wortwelt - auch wenn er manchmal am Kitsch kratzt. Die Momente, in denen man volles Risiko geht und danach vor dem Nichts steht, besingt er mit den Worten: „Es bricht mir das Herz, aber das war’s mir wert / Ich würd’s wieder riskier’n / Denn ich will lieber bluten, lieber bluten als frieren.“

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Der Song „Vielleicht in einem anderen Leben“ zieht einem auch nach mehrmaligem Hören noch die Beine weg. Darin besingt er die Momente, in denen der Mensch da gegenüber nach einigen Gläsern Wein in lauer Sommernacht wie die Tür zu einem neuen Leben mit neuem Glück erscheint. Momente, in denen aber auch schnell klar wird, dass das alles nur alkoholselige Träumereien sind. „Vielleicht in einem anderen Leben / Vielleicht zu einer anderen Zeit. / Was auch immer ist zwischen uns beiden, / im Morgengrauen ist es vorbei.“

„Staub“ ist das vierte Album des 31-jährigen Ex-Reggae-Sängers. Die Single „Meine Soldaten“ ist eins von drei Liedern, denen Judith Holofernes (Wir sind Helden) den letzten Schliff gegeben hat. Neben seinem langjährigen musikalischen Begleiter Teka hat er mit den Produzenten Jochen Naaf (Bosse, PeterLicht) und Farhot (Samy Deluxe, Max Herre) gearbeitet. Lauter Glücksgriffe. Denn trotz all der Melancholie und Traurigkeit: Maxim ist ein Grund, gute Laune zu haben.

Maxim: „Staub“ (Warner). Am 23. Oktober spielt Maxim im Musikzentrum Hannover.

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