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10:29 09.12.2012
Jürgen Böhm und Katrin Schlomm im Stück "Beate U. - Aus einem Frauenleben in Schleswig-Holstein". Quelle: dpa
Rendsburg

Hier gibt’s noch richtig viel Lametta. Das Bühnenbild der Musikrevue „Beate U. - Ein Frauenleben in Schleswig-Holstein“ schmückt ein überdimensionaler goldflittriger Damenkurzhaarschnitt - jener, den Beate Uhse trug. Am kommenden Samstag wird im Stadttheater Rendsburg die Uraufführung der Revue gezeigt. Die Inszenierung des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters ist das erste Bühnenstück über die Fliegerin, Erotikunternehmerin, Ehefrau und Mutter. „Ihre Biografie läuft völlig parallel zur Geschichte der Bundesrepublik“, findet Autor Peter Schanz.

So spannt sich der Bogen von den letzten Kriegstagen, in denen Uhse aus dem Berliner Raum nach Schleswig-Holstein flieht, bis zur Nachwendezeit, in der auch der Osten mit Liebesgrüßen aus Flensburg bedacht wird. Die Musik reicht demzufolge vom abgewandelten Zarah-Leander-Schlager „Ich warte nicht darauf, dass Wunder geschehn“ bis zu „Männer“ von Herbert Grönemeyer oder „Sexbomb“ von Tom Jones.

Beate Uhses Geschäfte beginnen in der verklemmten Nachkriegszeit - zu den Klängen von „Tiritomba“ regnet es diskrete Pakete ohne Absender, deren Inhalt Kinder für Luftballons halten. Immer weiter entwickelt sich ihre Erfolgsgeschichte, doch auch der juristische Kampf der Uhse wird gezeigt, die sich gegen eine „bizarre Anzeigenflut“ wehrte, erzählt Schanz. „Mein Ehrgeiz war, in die Unterhaltung Widerhaken einzubauen, von dieser kreativen Geschäftsfrau und gleichzeitig zur Geschichte Deutschlands zu erzählen. Junge werden wahrscheinlich staunen, wie die Älteren groß geworden sind.“

Anders als etwa der Fernsehfilm „Das Recht auf Liebe“ mit Franka Potente als Uhse gehe die Musikrevue weiter in der erzählten Zeit und könne sich weiter von Uhse entfernen. So wird etwa eine kabarettistische Szene mit „Familie Mustermann“ und den diskreten Paketen eingebaut. Die wirkt mit der Lobpreisung von Mutti im Korsett fast loriotartig. „Wir können auch ins Melodram, ins Musicalhafte gehen, kaleidoskopartig in die Trickkiste greifen.“ So ein Trick ist etwa das Moderatorenpaar Helga und Bernd - angelehnt an das gleichnamige Paar, das in den 1960ern medial Hilfe bei Sexstellungen leistete. Das tun auch die neuen Helga und Bernd, ganz nüchtern und sachlich, so wie auch Uhse in der Öffentlichkeit auftrat.

Neben der bundesdeutschen Geschichte bekommt das norddeutsche Publikum Lokalkolorit geliefert, etwa wenn Uhse ihre „Schrift X“ nach dem Krieg in kleinen Orten wie Schafflund, Handewitt und Leck verteilt. Hat sich der Blick des Autors auf die Uhse durch seine Arbeit verändert? „Vielleicht habe ich ein bisschen mehr Respekt gekriegt vor der Lebensleistung. Zwiespältige Charaktere sind ja die interessanteren. Wichtig war mir, sie einfach zu verstehen.“ Recherchiert hat Schanz, der gebürtige Oberfranke, vor Ort in Flensburg, wo dies 2001 verstorbene Unternehmerin 1962 den ersten Sexshop der Welt eröffnete.

„Let’s talk about sex“ heißt es, wenn die Revue in den 90ern angekommen ist. Am Samstag werden sie es in Rendsburg tun. 

dpa

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