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Kultur Die Beginner feiern mit Hannover
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17:29 09.11.2016
Jan Delay und Co. in Bestform: Die Beginner gaben am Dienstag ihr Konzert in Hannover. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Das Warten hat sich gelohnt: „Hammertyp, Hammerflow, Hammersprüche“ – ihrer Textzeile wurden die Beginner beim Auftakt der Advanced Chemistry-Tour durchaus gerecht. Die Rap-Pioniere Jan „Eizi Eiz“ Eißfeldt, Dennis „Den­yo“ Lisk und DJ Mad lieferten knapp zwei Stunden lang fette Rhymes, hammer Beats und eine herausragende Show. Hannover war als Ort für den Tourauftakt eine gute Wahl – auch wenn die Jungs die Stadt früher „nicht so geil“ fanden.

Rund 5000 Besucher feierten eine derbe Party mit den Rap-Pionieren. „Ihr seid hart textsicher“, lobte Jan Delay, der sich jetzt wieder Eizi Eiz nennt. Das Publikum konnte so gut wie jede Zeile mitsingen.

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Immerhin ist für viele der Besucher das erste Beginner-Konzert im neuen Jahrtausend in Hannover eine Reise in die eigene Jugend - die spätestens durch die beiden Gäste Samy Deluxe und Torch abgerundet wurde.

Denn was wäre eine Advanced Chemistry Tour ohne ein Stück Advanced Chemistry? „Ohne diesen Typen und diese Band wären wir heute nicht hier“, kündigt Eizi Eiz an, dann dröhnt „Wir waren mal Stars“ aus den Boxen – und auf einmal rappt Torch, der im wahren Leben Frederik Hahn heißt. Nach seiner Heidelberger Rap-Crew, die Ende der Achtziger den Grundstein für den deutschen Hip Hop legte, ist das neue Album benannt.

Torchs „Fremd im eigenen Land“, bei dem es um Rassismus und um Vorurteilen gegen Menschen mit Migrationshintergrund geht, vermischten die Beginner gekonnt mit ihrem Song „Thomas Anders“. Die Aussage bleibt auch nach knapp dreißig Jahren gleich: „Und Ich hab immer gehofft, das sich die Scheiße ändert. Doch es war und ist wie es ist: Auffälliger Mensch, abfälliger Blick“.

Und als man gerade denkt, besser kann’s eigentlich nicht werden, setzten sie noch einen drauf: „Und ich bin nicht allein hier. Ich hab’ meine Posse bei mir“, singt Eizi Eiz und holt Rapkollegen Samy Deluxe auf die Bühne.

„Hamburg-City rules, wer behauptet was anderes?“ – von den 5000 Gästen in der Swiss Life Hall sicherlich niemand. Die selbsternannten Füchse sind vereint, das Publikum kann’s kaum fassen.

Die Rapper setzten auf textlich und musikalisch auf Abwechlug: Von Dancehall über Reggae bis hin zu Dubstep wird mit verschiedenen Stilrichtungen experimentiert - und trotz allem neuen immer wieder eine Brücke zu den Anfangszeiten geschlagen. Zwischen Gangsterrappern und Radio-Rap stechen sie mit ihrem ganz eigenen Sound noch immer hervor und lieferten in Hannover eine Show ab, die gerne auch noch etwas länger hätte dauern dürfen.

Deutschen Rap gibt es auch am Sonnabend, 25. Februar, wieder in der Swiss Life Hall. Dann kommt Casper mit seiner „Lang Lebe der Tod“-Tour nach Hannover.     

Von Lisa Malecha

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