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Kultur Joe Wright hat mit „Wer ist Hanna?“ das Genre gewechselt
Mehr Welt Kultur Joe Wright hat mit „Wer ist Hanna?“ das Genre gewechselt
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22:00 28.05.2011
Hauptdarstellerin Saoirse Ronan in „Wer ist Hanna?“. Quelle: Sony Pictures
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Als sie 12 Jahre alt war, spielte Saoirse Ronan in Ihrem Drama „Abbitte“ eine wichtige Nebenrolle. Mit 16 stand sie für „Wer ist Hanna?“ als muskelbepackte Killerin vor der Kamera. Wie trainierte Ronan für die Rolle in diesem Actionfilm?
„Sie trainierte vier, fünf Monate mit unserem Stuntkoordinator und Kampf-Choreographen Jeff Imada. Wir haben den Charakter von Hanna entlang ihrer körperlichen Fähigkeiten entwickelt. Saoirse hat sehr viel trainiert und wirklich Muskeln bekommen - sie hat außerhalb der Dreharbeiten immer langärmelige Shirts getragen, weil sie sich für die Muskeln geschämt hat.

Selten sind weibliche Teenager die Heldinnen von Actionfilmen. Wie haben Sie eine „Lara Croft“-Ästhetik vermieden?
Es war klar, dass Hanna nie ihre Sexualität einsetzen sollte, um zu erreichen, was sie will. Sie benutzt ihren Verstand und asiatische Kampftechniken. Andere hätten sie vielleicht mit Top, Minirock und Make-up ausgestattet. Das wollte ich auf jeden Fall vermeiden.

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Warum haben Sie das Genre gewechselt - vom Kostümdrama zum Actionfilm mit surrealen Einsprengseln?
Ich mag die Idee, dass Action einfach Kino pur ist. Aber wichtiger für mich war der Charakter von Hanna. Ich war immer fasziniert von der Figur, die man den „heiligen Narren“ nennt, wie Peter Sellers in Hal Ashbys „Willkommen, Mr. Chance“ oder die Engel in Wim Wenders’ „Der Himmel über Berlin“. Jemand, der die Welt so sieht, ist ein faszinierender Protagonist für einen Film.

Warum haben Sie sich entschieden, so viele märchenhafte Momente in die harte Action-Handlung einzubauen?
Ich verstehe den Film als Traum, deshalb hat er eine Art Traum-Realität: Alles ist möglich! Natürlich ist es völlig unrealistisch, dass ein 16 Jahre altes, schmächtiges Mädchen sieben CIA-Agenten töten kann und entkommt. Ich war nicht an Plausibilität interessiert.

Welche Rolle haben die Schauplätze in Berlin gespielt?
Als wir zum ersten Mal nach Berlin kamen, ließen wir uns die ungewöhnlichsten Orte in der Stadt zeigen. Der Locationscout zeigte uns unter anderem den stillgelegten Spreepark. Wir haben die entsprechenden Orte dann in das Drehbuch eingebaut. So haben wir es in Finnland und Marokko auch gemacht.

dpa

28.05.2011
Martina Sulner 26.05.2011