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Kultur Intendant verlässt Bundeskunsthalle
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16:45 25.06.2012
Vertrag nicht verlängert: Robert Fleck, Intendant der Bundeskunsthalle, verlässt das Haus Ende des kommenden Jahres. Quelle: dpa
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Bonn

Der in die Kritik geratene Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn, Robert Fleck, wird das Haus Ende kommenden Jahres verlassen. Wie ein Sprecher von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) der Nachrichtenagentur dpa am Montag mitteilte, wird Flecks Vertrag „im gegenseitigen Einvernehmen“ nicht über 2013 hinaus verlängert. Der Intendant wolle sich verstärkt seiner Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Düsseldorf widmen, hieß es. Zu den Hintergründen der Entscheidung wollte sich Neumanns Sprecher nicht äußern. Von der Bundeskunsthalle war kein Kommentar zu erhalten.

Fleck hatte sein Amt im Januar 2009 in einer für die Bundeskunsthalle schwierigen Zeit angetreten. Er löste Christoph Vitali ab, der im Sommer 2007 als Interimsintendant nach Bonn gekommen war. Nach einem Bericht des Bundesrechnungshofes, der der Leitung der Kunsthalle wirtschaftliche Fehler und Versäumnisse im Umgang mit Bundesmitteln vorgeworfen hatte, hatte der damalige Intendant Wenzel Jacob sein Amt eingebüßt.

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Vor seiner Berufung nach Bonn war der Österreicher Fleck Direktor der Hamburger Deichtorhallen. Die Aufsichtsgremien der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik hatten Fleck einstimmig berufen. Die Besucherzahlen des in dieser Hinsicht unter Wenzel Jacob erfolgsverwöhnten Hauses waren nach dessen Weggang in den Keller gerutscht. Mittlerweile hat die Zahl der Besucher zwar wieder zugenommen, an die alten Zeiten aber reichen sie nicht heran.

Frischen Wind hatte Fleck beim Amtsantritt versprochen und die Bundeskunsthalle, die vergangene Woche 20 Jahre alt geworden ist, als eines der zehn besten Ausstellungshäuser der Welt bezeichnet. Doch nach Ansicht von Experten ist er seinem eigenen Anspruch nicht gerecht geworden.

Insbesondere die gerade eröffnete Ausstellung mit Werken von Anselm Kiefer aus der Sammlung Grothe ließ Fleck in die Kritik geraten. Die „Süddeutsche Zeitung“ nannte die Schau „skandalös“, weil sie unkritisch den umstrittenen Sammler Hans Grothe protegiere. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ äußerte sich ähnlich.

dpa

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