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Kultur "'Hobbit'-Film wird dunkler als das Buch"
Mehr Welt Kultur "'Hobbit'-Film wird dunkler als das Buch"
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14:32 25.11.2012
"Regisseur Peter Jackson wird etwas dazu erfinden": Der "Hobbit"-Film wird wohl weniger kindgerecht werden als die Buchvorlage. Quelle: dpa
Saarbrücken

Klein, fröhlich, behaarte Füße: Nach ihrem Auftritt in „Der Herr der Ringe“ sind die Hobbits wieder Protagonisten eines großen Leinwandepos. Regisseur Peter Jackson hat „Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien verfilmt, den Vorläufer zu der erfolgreichen „Herr der Ringe“-Trilogie. Für Mittwoch (28. November) ist im neuseeländischen Wellington die Weltpremiere geplant. Gespannt erwartet die Anglistin Lena Steveker (36) von der Universität Saarbrücken den Film. Sie ist Expertin für englischsprachige Fantasy-Literatur und erforscht den „Hobbit“. Im Interview erklärt sie, warum sie die Verfilmung skeptisch sieht. In Deutschland startet der erste Teil am 13. Dezember. 

Das Buch „Der kleine Hobbit“ erschien bereits 1937 und ist eigentlich als Kinderbuch angelegt. Warum wird er jetzt noch einmal für Erwachsene aufwendig verfilmt? 

Die „Herr der Ringe“-Trilogie war ein riesiger ökonomischer Erfolg. Die Verfilmung des „Hobbit“ für ein breites Publikum lag daher nahe. Er ist tatsächlich als Kinderbuch geschrieben, mit einer kindlichen Sprache und zahlreichen Märchenelementen. Zudem entstand das Buch in einer speziellen historischen Situation. Der Erste Weltkrieg liegt noch nicht lange zurück. Tolkien entwirft die Hobbits als Anti-Helden, weil das männliche Heldenbild der Jahre zuvor durch den Krieg in eine Krise geraten ist. Ich bin gespannt, wie es Regisseur Peter Jackson schafft, das in die heutige Zeit zu übersetzen.

Gibt es bei der Verfilmung eines Buches von 1937 auch Gefahren? 

Natürlich. In dem Buch kommen Stereotypen rassistischer Art vor, genau wie in „Der Herr der Ringe“, in dem alle Guten weiß sind, so wie Gandalf. Alles Schwarze ist schlecht. Gutes kommt aus dem Westen, das Böse ist im Osten und Süden. Ich hoffe, dass das besser als bei „Der Herr der Ringe“ gelöst wird. Bei der Trilogie empfand ich viele Stellen als bedenklich. Dort wurden alle Guten mit Schauspielern besetzt, die zudem eindeutig dem westlichen Kulturkreis zugeordnet werden.

Der „Hobbit“ ist im Vergleich zu der „Herr der Ringe“-Trilogie ein dünnes Büchlein. Wie lässt sich daraus das geplante dreiteilige Epos machen? 

Auch das ist sicherlich ökonomisch motiviert, selbst wenn die Dreiteilung im Buch bereits angelegt ist. Man kann natürlich sagen: Es ist keine Schwierigkeit, der Film ist ja ein anderes Medium als ein Buch. Dennoch wird Regisseur Jackson etwas dazu erfinden. Die Hardcore-Fans werden sicherlich nicht begeistert sein. Aber andersrum wird ja auch immer kritisiert, wenn etwas im Film weggelassen wird. Generell rechne ich damit, dass der Film deutlich dunkler als das Buch sein wird, mit ähnlich epischen Schlachten wie in den Filmen zuvor. Wenn man so will: weniger kindgerecht.

dpa

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