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Kultur Heinz Rudolf Kunze veröffentlicht Duettalbum
Mehr Welt Kultur Heinz Rudolf Kunze veröffentlicht Duettalbum
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11:22 22.02.2012
Von Stefanie Kaune
Wer bin ich, und wenn ja wie viele? Heinz Rudolf Kunze interpretiert die Seinsfrage auf seinem neuen Best-of-Album mithilfe von elf Musikerkollegen. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Gemeinsam geht alles besser, heißt es. Offenkundig auch ein Best-of-Album: Eigentlich, sagt Heinz Rudolf Kunze, sei er ja kein Fan von solchen Zusammenstellungen der eigenen Musikstücke. Doch als seine Plattenfirma ihn gefragt habe, ob es nicht eine gute Idee wäre, zusammen mit anderen Musikerkollegen eine Auswahl von Kunze-Stücken im Duett zu singen, habe er sich überreden lassen. „Sie haben es mir schmackhaft gemacht“, sagt der Texter und Komponist aus der Wedemark und lehnt sich in seinem Sessel in „Kastens Hotel Luisenhof“ zurück.

Am Dienstag war Hannover-Heimspiel auf der Promotiontour im Dienste des im Team erarbeiteten Albums, das am Ende aber den  Titel „Ich bin“ und nicht „Wir sind“ trägt. Schließlich bleiben es Kunze-Songs, die er da mit einer imposanten Liste von Vertretern deutscher Musik aufgenommen hat – wenn auch vieles durch die anderen Stimmen ganz neue Akzente bekommt. Etwa bei Achim Reichel, der „Meine eigenen Wege“ mit dem Seemannscharme seiner Stimme pflastert. Hermann van Veen, für den Kunze auch als Songtexter gearbeitet hast, unterlegt „Aller Herren Länder“ mit warmem niederländischen Tonfall, während Pe Werner Kunzes erfolgreichstem Song „Dein ist mein ganzes Herz“ erstmals einen weiblichen Gegenpart verleiht. „Wir sind“ außerdem noch: Reinhard Mey, Hartmut Engler von Pur, Stefan Gwildis, Tobias Künzel von den Prinzen, Joachim Witt, Julia Neigel, Purple Schulz und Selig-Sänger Jan Plewka.

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Mit fast allen ist Kunze gut bekannt, mit einigen wie Mey, Engler und van Veen befreundet. „Jan Plewka allerdings habe ich noch nie getroffen. Das lief alles über meinen Bassisten Leo Schmidthals, der auch bei Selig spielt.“ Plewka ist zudem der Einzige, der sich „sein“ Kunze-Stück eigenständig ausgesucht hat. Allen anderen hatte der Autor zwei bis drei Songs zur Auswahl gestellt. Der von Plewka gewählte  Titel ist zugleich der älteste auf dem Album, die 1984 veröffentlichte Liebesballade „Lisa“. Wie die meisten Mitsänger hatte er die aufgenommene Gesangsspur zugeschickt. Nur Mey, Reichel und Pe Werner sangen ihr Duett direkt mit Kunze im Hamburger Studio Tonschneiderei. Von der neuen „Lisa“ ist ihr Schöpfer begeistert: „Ich singe das wie Udo Jürgens am Klavier, der Kollege macht eine verkaterte Tom-Waits-Nummer daraus.“ Gerührt und geehrt habe ihn das Duett mit Mey, sagt der 55-Jährige, der sich mit 13 seine erste Platte vom 14 Jahre älteren heutigen Kollegen kaufte.

Neben den Aufnahmen alter Stücke gibt es auch zwei unbekannte Songs: das vor Jahren von Kunze zusammen mit seinem langjährigen musikalischen Partner Heiner Lürig verfasste „Fair Play“ und den neu komponierten Titelsong „Ich bin“, der sich wie eine Selbstermahnung in reiferen Jahren zu Gelassenheit und einem entspannten Blick aufs Leben anhört. Doch das letzte Wort zur Seinsfrage ist damit nicht gesprochen: „Das gelingt mir sowieso nicht.“

„Ich bin“ erscheint am Freitag, 24. Februar, bei Ariola.