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10:55 29.07.2013
Hörspiel zum Sehen: Ein Puppenjunge in der Galerie am Weidendamm.
Hörspiel zum Sehen: Ein Puppenjunge in der Galerie am Weidendamm. Quelle: Hagemann
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Hannover

Am Sonnabend haben nun zwei hannoversche Labels ihre eigenen Projekte vorgestellt. Der Abend des hannoverschen Hörspiels lockte allerdings längst nicht so viele Gäste wie erhofft in die Räume des Ateliers Krass Unartig an den Weidendamm.

Hektisches Atmen, jemand läuft. Dann ein Schrei: Zwei Freunde finden eine Leiche am Wasserkunst-Pumpwerk in Herrenhausen. Ein genervter Kommissar Braun erzählt in lakonischer Ichform von verschwundenen jungen Männern. Haarmann lässt grüßen. Autor Frank Kindermann und Sounddesigner Carsten Sygusch sind „Hörorkan“, sie haben mit „Mordakte Hannover – Puppenjungs“ das Genre nicht neu erfunden, aber einen durchaus unterhaltsamen, spannenden Krimi produziert.

Auch „Das Institut“, ein skurril-fantastisches Stück über durchgeknallte Wissenschaftler, ist liebevoll bis detailverliebt produziert. Marie Wesche zeichnet mit ihrem Label „AdHoc“ verantwortlich für den Horrortrip durch Hannover. Große Teile ihres Hörspiels sind in der Lindener Eleonorenschule aufgenommen worden, „wegen des Klangbilds. Das kriegt man im Studio nicht hin“, sagte sie überzeugt.

Darüber mögen manche Toningenieure anderer Meinung sein. Immerhin klingt das Telefon wie ein Telefon, die Autohupe wie eine Autohupe und der jaulende Hund wie ein jaulender Hund. Aber es sind schließlich die Dialoge, von denen ein Hörspiel lebt. Und die sind auch hier teils spannend, teils ironisch. Die Zuhörer lauschten beiden Thrillern andächtig, es gab viel Applaus.

Michael Krowas

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