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Kultur Hannoveraner gewinnen Echo Klassik
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19:35 04.10.2013
Von Stefan Arndt
„Für die Musik ist es toll“: Bernward Lohr (rechts) mit seinem Ensemble Musica Alta Ripa. Quelle: privat
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Hannover

Die Liste der Preisträger liest sich wie ein Who’s who der Klassikszene. Alle sind sie dabei: die Dirigenten Nikolaus Harnoncourt und Simon Rattle, der Tenor Jonas Kaufmann, die Pianistin Martha Argerich und die Cellistin Sol Gabetta. Beim Echo Klassik, dem Preis der Deutschen Phono-Akademie, einer Interessengemeinschaft der Tonträgerindustrie, kommen meist die gut weg, die ohnehin gerade gut dran sind: Schließlich will die Branche hier ihren eigenen Erfolg feiern und ihre aktuellen Stars einmal mehr ins rechte Licht setzen. Trotzdem hat der vor 20 Jahren erstmals vergebene Preis beständig an Renommee gewonnen. So wird der Echo Klassik inzwischen auch als Qualitätssiegel wahrgenommen.

Dabei wird er durchaus großzügig vergeben: In diesem Jahr gibt es in 20 Kategorien insgesamt 51 Preisträger. Neben der Werbetrommel für die großen Stars sind auch leisere Töne zu hören: von bislang wenig bekannten Musikern oder solchen, die sich Spezialgebieten verschrieben haben. Das hannoversche Alte-Musik-Ensemble Musica Alta Ripa gehört ohne Frage zu den Spezialisten - wie bekannt sie sind, lässt sich auch daran ablesen, dass die Gruppe schon 1998 und 2004 mit dem Echo ausgezeichnet wurde. Am Sonntag gibt es nun die dritte Ehrung: Die CD mit den „Récréations de Musique“ von Jean Marie Leclair hat die Jury in der Kategorie „Kammermusikeinspielung des Jahres bis 18. Jahrhundert“ überzeugt.

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Schon heute wird das Ensemble in Berlin ein Konzert mit anderen Preisträgern geben, bei der Gala am Sonntag, die vom ZDF ab 22 Uhr übertragen wird, können die Musiker nur zuschauen. Der Leiter von Musica Alta Ripa, der Cembalist Bernward Lohr, ist deswegen aber nicht enttäuscht. „Für uns ist das Format nicht das Richtige“, sagt er. Von der Idee einer großen Klassikgala ist er dennoch überzeugt: „Es ist ein guter Versuch, Klassik auf die Showbühne zu holen. Schließlich ist diese Musik im Verhältnis zu der Wertschätzung, die sie allgemein erfährt, im Fernsehen deutlich unterrepräsentiert.“

Den Lohn des undotierten Preises kann das Ensemble ohnehin erst im Anschluss ernten: In den vergangenen Jahren häuften sich nach den Auszeichnungen immer wieder die Konzertanfragen. „Selbst Veranstalter aus dem Baltikum haben sich auf den Echo berufen“, sagt Lohr. Der Cembalist freut sich dabei nicht nur über die Aufmerksamkeit für sein Ensemble, sondern auch für den längst verstorbenen Komponisten: „Für die Musik von Leclair ist das toll“, sagt er.

In den vergangenen Jahren haben hannoversche Musiker immer wieder bei der Echo-Verleihung mitgemischt. Vor allem die Chöre der Stadt werden regelmäßig ausgezeichnet.

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