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Kultur Gustav Peter Wöhler im Beethovensaal
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17:24 09.12.2012
Von Ronald Meyer-Arlt
Vor der Nabelschau: Gustav Peter Wöhler im Beethovensaal. Philipp von Ditfurth Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Wie lange würde es dauern, bis er den hellbraunen Baumwollschal ablegen würde? Knapp zwei Stunden später war es dann so weit. Gustav Peter Wöhler nahm den Schal, den er sich zuvor ein ums andere Mal kunstvoll um den kurzen Hals drapiert hatte, ab.

Aber natürlich nicht einfach so. Zuerst legte er sich den Schal als Kopftuch zurecht, um so Cat Stevens „Moon Shadow“ in einer arabischen Variante zu geben, dann wedelte er mit Schal in der einen, einem weißem Handtuch in der anderen Hand schleiertanzmäßig herum, um gleich darauf das schwarze Hemd energisch emporzuziehen und dem Publikum eine nicht unerhebliche Rundung zu präsentieren. Das war dann eher Nabelschau als Bauchtanz. Aber absolut in Ordnung.

Gustav Peter Wöhler war mit seiner Band mal wieder in Hannover zu Gast. Diesmal gastierte er im Beethovensaal des Congresscentrums (nicht im „Brahmssaal“, wie er den Veranstaltungsort bei einer Ansage fast nennen wollte, bevor er dann doch noch die Kurve zu Beethoven bekam). Auf dem Programm stand das, was immer auf dem Programm von Wöhler und Band steht: Coverversionen bekannter Hits, meist leicht verjazzt - was an der Besetzung (Bass, Klavier, Gitarre, Wöhler) liegt - , mal sanft parodiert, mal zum Potpourri legiert.

Die Songauswahl - Beatles, The Cure, Joni Mitchel, Paul Simon, Peter Gabriel, Elton John, Michael Jackson undsoweiterundsoweiter - orientiert sich am Melodiösen. Wöhler singt das, was in Ü-50-Vinylsammlungen ganz weit vorn steht. Mehr Mainstream geht eigentlich nicht. Aber es ist spannend, denn ihm gelingt das Kunststück, aus jedem Hit etwas Eigenes zu machen, und doch immer nah am Original zu bleiben. Seine Stimme, die beim Sprechen immer etwas dünn wirkt, gewinnt beim Singen erstaunliche Brillanz.

Gustav Peter Wöhler gehört zu den darstellenden Künstlern, die oft gleichermaßen tadelnd und bewundernd „Rampensau“ genannt werden. Es ist natürlich auch ein Adelstitel. Denn Rampensäue haben keine Angst. Nichts ist ihnen peinlich. Sie zeigen uns, wie sich Freiheit anfühlen kann. Natürlich muss eine Rampensau auch etwas können. Und der Schauspieler GPW kann viel. Er ist nicht nur ein talentierter Selbstdarsteller, ein hervorragender Sprecher (wovon diverse Hörbücher beredt Zeugnis geben), sondern auch ein wunderbarer Sänger.

Dieses Talent und Präzision seiner Gestik und Mimik helfen ihm, das Publikum schnell und sicher zu packen. Im Beethovensaal glückte ihm das mit Leichtigkeit. Am Ende - nach drei Zugaben - erhoben sich die Zuschauer und applaudierten im Stehen.

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