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Kultur Gianmaria Testa spielt solo im Pavillon
Mehr Welt Kultur Gianmaria Testa spielt solo im Pavillon
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23:38 18.02.2010
Von Stefanie Gollasch
Gianmaria Testa bei seinem Konzert im Pavillon Hannover Quelle: Martin Steiner
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Eine Straße, ein Gebäude, ein Stückchen Himmel – mehr ist nicht zu sehen durch das Fenster von Bahnhofsvorsteher Gianmaria Testa. Aber just an diesem Himmelsstück leuchtet „la luna“, der Mond, in unübertrefflicher Schönheit.

Mit klangvoller Stimme erzählt der italienische Barde zwischen seinen Liedern von solchen poetischen Momenten, und die 450 Besucher im Pavillon lauschen gebannt. Dass sie nicht nur Bahnhof verstehen, hat drei Gründe: Erstens sind Testas Chansons den meisten von ihnen längst geläufig, zweitens besitzt offenbar jeder Zweite hier Italienischkenntnisse – und drittens gibt es Valeria. Ohne seine beiden Komusiker ist Testa dieses Mal nach Hannover gekommen, aber allein ist er auf der Bühne nicht. Valeria Piepenbrock, italienisch sprechende Gewinnerin des „Hören!“-Songcontests, sitzt neben ihm und übersetzt schüchtern-charmant seine Plaudereien.

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Das alles ist jedoch eine wenn auch noch so sympathische Nebensache. Hauptsächlich geht es um die Musik des 52-Jährigen, und die gibt es an diesem Abend ganz pur zu genießen. Zweimal war Testa schon in Hannover zu Gast, beide Male begleitet von zwei Instrumentalisten. Nun aber wird seine einzigartige Stimme – volltönende Bässe und schmeichelnder Samt mit einigen wohlgesetzten Kratzern – nur von seinem Gitarrenspiel begleitet.

Dank eines brillant ausgesteuerten Sounds bekommen Stücke wie „Veduta aerea“ oder das Eröffnungslied „Dentro la tasca di un qualunque mattino“ so eine ganz besondere Transparenz und Intensität, ja fast schon Intimität. Ob mit feinem Humor wie bei seinem Amerika-Intermezzo („My name is John-Mary Head“) oder anklagend beim Thema afrikanische Bootsflüchtlinge, Testa hat jederzeit einen glühendheißen Draht zu seinen Zuhörern.

Vor knapp zwei Jahren trat Testa erstmals ganz allein auf. In Rom war das, und der Mitschnitt dieses besonderen Konzertes gelang so gut, dass daraus die Live-CD „Solo dal vivo“ und schließlich die aktuelle Tour wurde. Dem nicht enden wollenden Applaus seiner Zuhörer nach zu schließen könnte er morgen schon wieder nach Hannover kommen – seine Fans wären zur Stelle.