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Kultur Frankfurter Buchmesse eröffnet
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19:57 13.10.2009
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Quelle: ddp
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Dies betonte der Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie sei sicher, dass es keine Tabus in der Diskussion zwischen den Vertretern des Gastlandes und den anderen Gästen der Messe geben werde. Chinas Vize-Präsident Xi Jinping sprach die Hoffnung aus, dass das Verständnis füreinander durch die Buchmesse wachsen werde. Buchmesse-Direktor Juergen Boos nannte die Messe eine „moderne Agora“, verwies jedoch darauf, dass sie zwar Konflikte aufzeigen, sie kann sie aber nicht lösen könne.

Merkel sagte, die Stärke einer Gesellschaft komme in ihrer Offenheit zum Ausdruck. Die Kanzlerin maß der Buchmesse bei der Stärkung des Dialogs eine große Bedeutung zu. Die Gäste bekämen dort die Gelegenheit sich ein genaueres Bild von China zu machen und ohne Vorurteile auf die Vertreter des Gastlandes zuzugehen.

Honnefelder betonte, die Frankfurter Buchmesse sei stets sensibel im Umgang mit der Freiheit des Wortes gewesen. Die zwischenzeitliche Ausladung zweier regimekritischer Schriftsteller bei einem Symposium vor der Buchmesse nannte er in diesem Zusammenhang „unglücklich“ und einen Fehler. An die chinesische Delegation gewandt fügte er hinzu, man habe alle Hoffnung, dass Autoren und Verlegern die notwendige Freiheit für ihr Tun und Sein gewährt werden.

Honnefelder sprach in seiner Rede auch den Schutz von Urheberrechten im Internet an und nahm dabei Bezug auf den aktuellen Rechtsstreit um die Google-Buchsuche. Nichts weniger stehe in diesem Verfahren an als die Frage, „ob Google per Gerichtsbeschluss zum weltgrößten Verlag erklärt werden soll“. Der wirtschaftliche Wettbewerb und die ihm dienende digitale Verfügbarkeit dürften nicht dazu führen, dass der Respekt vor Autoren auf der Strecke bleibe.

Merkel versprach, sich für den Schutz der Urheberrechte im Internet einzusetzen. Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung von Büchern sagte die Kanzlerin: „Auch das Buch unterliegt den Gesetzen von Angebot und Nachfrage.“ Als Kulturgut sei es jedoch auf bestimmte Rahmenbedingungen wie die Buchpreisbindung und den ermäßigten Umsatzsteuersatz angewiesen. An beidem werde man auch künftig festhalten. E-Books sollen nach Ansicht der Kanzlerin ebenfalls dem Buchpreisbindungsgesetz unterstellt werden.

Honnefelder zufolge wächst der Buchmarkt trotz Wirtschaftskrise noch. So sei der Umsatz mit Büchern von Januar bis Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent gestiegen.

Auf der 61. Frankfurter Buchmesse präsentieren bis zum Sonntag mehr als 7000 Aussteller rund 124.000 Neuerscheinungen. Die Veranstalter rechnen insgesamt mit rund 300.000 Besuchern.

ddp

Martina Sulner 12.10.2009
Simon Benne 12.10.2009