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Kultur „Atlas“: Die Last auf seinen Schultern
Mehr Welt Kultur „Atlas“: Die Last auf seinen Schultern
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13:15 15.04.2019
Möbelpacker Walter Scholl (Rainer Bock) Quelle: Foto: Pandora
Hannover

Was für ein beeindruckendes Regiedebüt! „Atlas“ hat David Nawrath seinen Film gennnt, eine Anspielung auf den griechischen Titan, der die ganze Welt auf den Schultern trägt.

Der Regisseur erzählt eine melancholische Geschichte mit einem großartigen Hauptdarsteller: Rainer Bock, der allein durch sein zurückhaltendes Spiel und mit nur wenig Dialog viel auszudrücken weiß. Mit dieser Rolle ist Bock als bester Hauptdarsteller für den Deutschen Filmpreis Anfang Mai nominiert.

Eine Vater schützt seinen Sohn vor der Macht des Clans

Bock ist der Möbelpacker Walter, der seit Jahrzehnten in derselben Firma arbeitet. Ein arabischer Clan steht hinter dem Unternehmen, der heruntergekommene Immobilien zwangsräumen lässt. Die Wohnungen werden dann teuer weiterverkauft.

Firmenchef Roland (Uwe Preuss) hat kaum etwas zu sagen und muss im Auftrag des Clans einen gefährlichen Gewalttäter (Roman Kanonik) beschäftigen. Das bleibt nicht ohne Folgen – auch nicht für Walter: Er entdeckt, dass der junge Mann (Albrecht Schuch), der sich beharrlich weigert, mit seiner kleinen Familie auszuziehen, sein Sohn ist. Zuletzt gesehen hat er ihn, als dieser noch klein war. Seitdem hatten die beiden aus guten Gründen keinen Kontakt mehr.

Ein sehenswertes Drama mit hoffnungsvollem Ende

Walter kann und will sich dem Sohn nicht anvertrauen. Aber er beschließt, ihn vor dem kriminellen Immobilienclan zu schützen – mit allen Mitteln. Dabei gerät er zwischen alle Fronten und wird zur Zielscheibe des Clans.

Die Story mag klischeehaft klingen, ist aber eine faszinierende Filmreise durch die deutsche Wirklichkeit – durch eine Welt, in der Geld und Gewalt regieren, in der mit Wohnungen gedealt und Existenzen zerstört werden. Noch dazu überrascht dieses absolut sehenswerte Drama mit einem hoffungsvollen Ende.

Von Ernst Corinth

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