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Kultur Dresdener Elbtal verliert Welterbetitel nach fünf Jahren wieder
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18:02 25.06.2009
Die Baustelle der Waldschlößchenbrücke in Dresden. Quelle: Norbert Millauer/ddp

Dies teilte die Deutsche UNESCO-Kommission in Bonn mit. Grund dafür ist der Bau der umstrittenen Waldschlößchenbrücke über die Elbe.

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sprach von einem „schwarzen Tag für Dresden und die Kulturnation Deutschland.“ Er bedaure sehr, dass es dazu gekommen sei. Es sei mehr als genug Zeit für Sachsen und die Stadt Dresden gewesen, mit der UNESCO zu einem Kompromiss zu gelangen. Schon eine grundsätzlich andere Brückenlösung hätte genügt, kritisierte Tiefensee. Die Stadt Dresden müsse nun beweisen, „dass ihr Bekenntnis zu diesem Kulturdenkmal nicht nur ein Lippenbekenntnis war.“

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bedauerte ebenfalls die Entscheidung. Der Verlust des Welterbetitels setze den Schlusspunkt hinter einen langandauernden Streit zwischen Stadt, Freistaat Sachsen und dem Welterbekomitee, erklärte Neumann. Es sei „mehr als bedauerlich, dass die Beteiligten außerstande waren, einen Kompromiss zu finden.“ Der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Walter Hirche, erklärte, die Entscheidung komme „leider nicht völlig überraschend.“ Er hätte sich „sehr viel mehr Offenheit auf beiden Seiten für eine Veränderung der Brückenpläne gewünscht.“

Die Stadt Dresden hatte in Sevilla versucht, die Entscheidung zumindest nochmals um ein Jahr zu verschieben. Das Komitee lehnte aber einen entsprechenden Antrag mehrheitlich ab. Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) war persönlich nach Spanien gereist, um eine Verschiebung zu erreichen.

Dem Dresdner Elbtal war vor fünf Jahren der Welterbetitel verliehen worden. Bereits seit drei Jahren stand die Stätte auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes. Die UNESCO hatte Dresden im vergangenen Jahr eine letzte Frist gesetzt, um den Bau der Waldschlößchenbrücke über die Elbe zu stoppen. Nach Ansicht der UN-Organisation verschandelt die Brücke den Blick auf die Dresdner Altstadt und das Elbtal. Dresden ist nach einem Wildschutzgebiet in Oman erst die zweite Welterbestätte, der der Titel wieder aberkannt wurde.

Der Bau der vierspurigen Waldschlößchenbrücke begann bereits Ende 2007. Die Stadtverwaltung Dresden und der Freistaat Sachsen hatten einen Baustopp ebenso abgelehnt wie eine alternative Tunnelvariante, gegen die die UNESCO keine ausdrücklichen Bedenken geäußert hatte. Die Stadtspitze berief sich dabei auf einen Bürgerentscheid von 2005 und diverse Gerichtsentscheidungen.

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), die auch Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz ist, kritisierte die Stadt Dresden scharf. Die Entscheidung sei „traurig, aber konsequent, nachdem die Stadt Dresden sehenden Auges ins Verderben gelaufen ist“, erklärte Stange. Der sächsische Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) erklärte, er bedauere es sehr, dass keine tragfähige Lösung gefunden worden sei, „die sowohl dem hohen Gut des Weltkulturerbes als auch den rechtlichen und tatsächlichen Begebenheiten vor Ort Rechnung getragen hätte.“ Keiner werde aus der Angelegenheit als Sieger hervorgehen.

afp

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