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Kultur Drei Anwärter kämpfen um Intendanten-Posten beim WDR
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11:15 28.05.2013
Foto: Von links: Jan Metzger, Tom Buhrow und Stefan Kürten sind die drei Kandidaten für die Nachfolge von MDR-Intendantin Monika Piel.
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Köln

Der WDR-Rundfunkrat wählt am Mittwoch einen neuen Intendanten. Zur Auswahl stehen „Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow (54), der Intendant von Radio Bremen, Jan Metzger, und Stefan Kürten, Direktor bei der Europäischen Rundfunkunion in Genf. Beobachter räumen Buhrow die größten Chancen ein.

Die Findungskommission des Rundfunkrates gibt keine Empfehlung für einen der Kandidaten ab. Alle drei seien in den Augen der Kommission für das Amt geeignet, sagte die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi.

Die bisherige WDR-Intendantin Monika Piel hatte nach sechs Jahren an der Spitze des WDR im Januar überraschend angekündigt, dass sie aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aufhören werde. Der letzte Arbeitstag der 62-Jährigen war am 30. April. Piel hatte den Chefposten beim WDR seit April 2007 innegehabt. Erst im vergangenen Jahr war ihre Amtszeit bis 2019 verlängert worden.

Auf den neuen Intendanten kommt einiges zu. Im WDR muss weiter gespart werden. Der Streit mit den Verlegern um die „Tagesschau“-App und die Internetpräsenz allgemein schwelt weiter. Aus Sicht des Rundfunkrates muss sich der WDR außerdem noch stärker darum bemühen, sein Programm für ein jüngeres Zielpublikum attraktiver zu machen. Außerdem muss sich der Intendant stärker als früher üblich mit dem Rundfunkrat absprechen.

Für Tom Buhrow, geboren in Troisdorf bei Köln, wäre die Intendanz eine Rückkehr zu seinen Wurzeln, denn er hat beim WDR volontiert und arbeitete danach unter anderem bei dem Regionalmagazin „Aktuelle Stunde“. Anschließend war er lange Korrespondent in Washington, bevor er 2006 als Nachfolger von Ulrich Wickert Moderator der „Tagesthemen“ wurde. Die „Tagesthemen“ sind beim Norddeutschen Rundfunk angesiedelt.

Buhrow wäre nach Friedrich Nowottny und Fritz Pleitgen der dritte bekannte Fernsehjournalist an der Spitze des WDR. Auch Monika Piel hatte Jahrzehnte als Journalistin gearbeitet, vor allem im Hörfunk. Programmplanung ist jedoch nur eine von vielen Aufgaben des Intendanten. Die Arbeit besteht zu einem wesentlichen Teil aus Verwaltungstätigkeit, medienpolitischen Verhandlungen und Absprachen zum Beispiel mit den anderen ARD-Intendanten.

dpa