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 Multitasker
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15:10 02.04.2015
Von Uwe Janssen
Rainald Grebe gehört zu den Gästen in der „Intensiv-Station“ des NDR.
Rainald Grebe gehört zu den Gästen in der „Intensiv-Station“ des NDR. Quelle: NDR
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Hannover

Bevor die eigentliche Sendung aufgezeichnet wird, darf sich das Publikum schon mal warmklatschen, es gibt einige Erklärungen zum Ablauf. Dazu gehört diesmal auch die Erklärung, dass man überlegt habe, den satirischen Rückblick wegen des Flugzeugunglücks in Frankreich diesmal ausfallen zu lassen, sich aber doch anders entschieden habe. Während der Sendung schaltet sich aus dem Off auch mal der Regisseur ein, der die eine oder andere Sache gern wiederholt haben möchte.

Der guten Stimmung im Saal tut das keinen Abbruch, im Gegenteil. Zum einen sieht man Fernsehen mal ungeschminkt, bevor es für die Ausstrahlung hübsch gemacht wird. Zum anderen können sich Gastgeber Axel Naumer und Stephan Fritzsche auf ihre Rubriken und ihre Gäste verlassen. Timo Wopp ist da, der den hibbeligen Kommunikationsstrategen gibt, Hans-Hermann Thielke doziert sich durch seine Rolle des ehemaligen Postbeamten, und Rainald Grebes genial-krauses Anarchokabarett ist einfach lustig, besonders das „Multitasker“-Lied („Ich fahre den Rolls-Royce mit 200 Sachen, les dabei James Joyce und kann Onlinebanking machen, ich bin Multitasker“). Da hilft das Publikum gern auch vielstimmig im Refrain. Des Ballettröckchens über der Hose hätte es nicht einmal bedurft, aber was tut man nicht alles, um besser auszusehen als die Kanzlerin.

Angela Merkel ist Stammgast in der „Intensiv-Station“, genau wie Ursula von der Leyen. Hinter beiden Politikerinnen steckt das Parodietalent von Antonia von Romatowski. Und so blödelt sich die Mixshow meist launig, manchmal bissig durch den Abend. Gut und richtig, nicht abgesagt zu haben.

02.04.2015
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Uwe Janssen 04.04.2015