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Kultur Die Beatles verstehen lernen – in fünf Minuten
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20:06 27.09.2019
Noch einmal mit Gefühl: Das ikonische Bild der Beatles auf dem Zebrastreifen an der Abbey Road – George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon. Quelle: Apple Corps Ltd/dpa
Wer waren die Beatles?

Die Beatles (englisch: The Beatles) waren eine angelsächsische Tanzmusikkapelle, bestehend aus den vier Aposteln Johannes, Paulus, Georgus und Ringus aus Liverpool (deutscher Name: Leberschwimmbad). Gegründet wurden sie von „Johannes dem Ältesten“, der Rockmusiker werden wollte, seit er 1776 Mozart live gesehen hatte. Das jüngste Mitglied Georgus stieß im Alter von sieben Jahren zur Band und musste sich zunächst durch Schuheputzen, Nägelschneiden und Rückenkratzen Respekt erarbeiten, bevor es einfache Melodien auf seiner Blockflöte beitragen durfte. Bekannt wurde die Gruppe durch sogenannte „Neger-“ beziehungsweise „Urwald-“ beziehungsweise „Bumsmusik“ sowie pilzartigen Schädelbewuchs (Fungus frisuricus).

Die vier Apostel: George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon auf dem Cover des Albums „Abbey Road“. Quelle: Apple Corps Ltd/dpa
Wie begann ihre Karriere?

Die Beatles spielten zunächst in einem feuchten Loch in Liverpool, bevor sie in ein feuchtes Loch in Hamburg wechselten. Auf der Reeperbahn erlebten sie ihre persönliche sexuelle Befreiung („Schniedelmania“). 1962 verschafften sich die drei Musiker und Ringo dann durch die Prägung des postkoitalen Fachausdruckes „YEAH!“ Weltgeltung (Abkürzung für „Your Extras Are Hot!“), bevor sie 1965 nach dem Genuss von einer Tube Klebstoff auf Ex durch Zufall das Farbfernsehen entdeckten. Fortan traten die Beatles nur noch in Farbe auf und produzierten sogenannte Schallplatten (Schallplatte = kahle Schädeldecke, die in Liverpool zur Klangerzeugung als Percussioninstrument verwendet wird). Ihr berühmtestes Plattencover ist Unteroffizier Pfeffer gewidmet. Es zeigt 70 Persönlichkeiten aus Funk und Fernsehen. Um Kontroversen zu vermeiden, wurden Adolf Hitler, Justin Bieber, Uli Hoeneß und Katrin Müller-Hohenstein kurzfristig entfernt. Den zoologischen Bemühungen des Quartetts ist außerdem die enorme Popularisierung von Zebras (Zebrastreifen), Waschbären („Rocky Racoon“), Walrössern („I Am the Walrus“) und putzigen kleinen Pelztierchen (Ringo) zu verdanken.

Was ist die peinlichste Beatles-Anekdote?

Die peinlichste Beatles-Anekdote erlebten gar nicht die Beatles direkt. Sie lehrt uns: Wer zur falschen Zeit am falschen Ort das Falsche sagt, kann sich welthistorisch zum Deppen machen. In diesem Fall war das Dick Rowe, bedauernswerter Chefanalyst der Plattenfirma Decca, der am 1. Januar 1962 den Jackpot seines Lebens in seinem Büro sitzen hatte – und versagte. „Uns gefällt ihr Sound nicht“, sagte Rowe, als die Beatles für einen Plattenvertrag vorsprachen – „und Gitarrenmusik ist ohnehin nicht gefragt.“ Dann gingen die Beatles halt zu Parlophone. Und machten Gitarrenmusik.

Warum sind die Beatles noch immer populär?

Wegen der Gitarrenmusik. Und weil noch aus dem letzten Tonbandschnipsel aus dem Hausmüll von George Martin global vermarktete „Special Editions“ geschnitzt wurden. Und weil rund 4000 Bücher wirklich jeden Randaspekt der Pilzkultur beleuchten. Darunter sind Buchtitel wie „Die Beatles in Wales“, das Rezeptbuch „She Came in through the Kitchen Window“ mit diversen Pilzgerichten sowie das Bilderbuch „The Meatles“ über vier coole Kühe, die eine Band gründen, yeah! Und weil man in neueren digitalen Bearbeitungen sogar den Bass von Paul McCartney hört und Ringo mit seinem Schlagzeug nicht mehr alles zurumpelt. Auf die Frage eines Reporters, ob Ringo „der beste Schlagzeuger der Welt“ sei, soll John Lennon einst geantwortet haben: „Ringo ist nicht mal der beste Schlagzeuger der Beatles.“ Könnte eine Legende sein, ist aber in der Sache zutreffend.

Welches Fenster haben die Beatles berühmt gemacht?

Wir alle kennen die großen Beatles-Geschichten. Wie sie damals die Pest besiegten, den Eiffelturm errichteten, das erste Transatlantikkabel verlegten und das Auto, das iPhone, Latte macchiato und das Elfmeterschießen erfanden (als Engländer!). Noch unerwähnt ist freilich ihr Beitrag zu einem wenig beleuchteten Randbereich der Geschichtswissenschaft: berühmte Fenster. Wir kennen den Prager Fenstersturz, Hitchcocks „Fenster zum Hof“ und Windows von Microsoft. Aber sonst? Nur wenigen ist 20 Forthlin Road in Liverpool vertraut, das bedeutendste Fenster der Popgeschichte. Dahinter haben die beiden Oberapostel Weltgeschichte geschrieben. Es ist das Geburtshaus des Apostels Paulus, der hinter diesem Fenster gemeinsam mit Bruder Johannes Welthits wie „She Loves You“ und „I Saw Her Standing There“ verfertigt hat. Noch heute reist eine hingerissene Jüngerschaft zweimal täglich in einem gelben „Magical Mystery Tour“-Reisebus an, um den Religionsstiftern zu huldigen und die Hecken zu zertrampeln. Anschließend geht’s zum Kreisverkehr Penny Lane, in dessen Mitte ein schlichtes Betonhäuschen beweist, dass sich Hässlichkeit und Weltruhm nicht ausschließen. Der „shelter in the middle of a roundabout“ ist der Petersdom des Beatleismus.

Zeitreise in Liverpool: Touristen erkunden im gelben „Magical Mystery Tour“-Bus die Orte, die die Beatles berühmt gemacht haben. Quelle: Getty Images
Ist Paul McCartney wirklich tot?

Als sicher gilt, dass 50 Prozent aller Beatles nicht mehr leben. Ringo hingegen ist unzerstörbar, weil er zweimal jährlich mit Keith Richards auf Barbados sein gesamtes Blut gegen frisches austauschen lässt. Und Paul McCartney gilt als tot, obwohl er 1966 bei einem Autounfall nicht ums Leben kam und durch keinen Doppelgänger ersetzt wurde. Die Geschichte war aber zu schön, um sie nicht immer wieder zu erzählen. „Paul is dead“ ist die Bielefeld-Verschwörung des Beatleismus. Es ist aber, wie John Lennon mal sagte: „Die Wirklichkeit überlässt vieles der Imagination.“

Welches ist das Lieblings-Beatles-Album von Sebastian Vettel?

Wollen Sie das wirklich wissen? Das soll eine der zehn wichtigsten Fragen zu den Beatles sein? Na gut: In der deutschen Ausgabe des „Rolling Stone“ war vor Jahren ein Foto von Sebastian Vettel zu sehen, auf dem er „Abbey Road“ von den Beatles in den Händen hielt. Vettel kommt aus Heppenheim. Wissenswertes über Heppenheim: In Heppenheim wurde 1948 die FDP gegründet. Da geht’s schon los. Im gleichen Jahr kam in Heppenheim Franz Lambert zur Welt. Der Franz-Lambert-Fanklub in Heppenheim hat 300 Mitglieder aus acht Nationen, sie erhalten regelmäßig das Klubmagazin „Lambertissimo“. Franz Lambert hat bisher einhundertdreiundneunzig Schallplatten veröffentlicht. Statistisch gesehen kommen also auf jedes Fanklub-Mitglied 0,6 Lambert-Platten. Unter „Lieblingsmusik“ hat Vettel auf seiner Homepage „alles“ eingetragen, was Franz Lambert ja einschließt. Ich hätte es also passender gefunden, wenn Vettel im „Rolling Stone“ eine Platte von Franz Lambert in den Händen gehalten hätte, zum Beispiel „Abends an der Wolga“ von 1980. Am Ende haben aber sogar Sebastian Vettel und die Beatles etwas gemeinsam – nämlich Vettels Lebensmotto: „Ob man Zweiter oder Fünfter ist, ist egal. Wichtig ist nur, die Nummer eins zu sein.“

Waren die Beatles populärer als Jesus?

Nein. Ja. Vielleicht. Keine Ahnung. Das kommt darauf an. Ich will mich da nicht festlegen. Das gab mächtig Ärger damals. Aber John Lennon hat’s ja nicht so gemeint. Sicher ist: Die Beatles waren wirklich sehr, sehr, sehr populär.

Warum sind die Beatles so wichtig?

Weil sie musikalisch, modisch und frisurell so ziemlich alles vorweggenommen haben, was später in Mode kam. Sie waren globale Influencer, bevor es das Internet gab. „Mein Musiklehrer war die BBC“, sagte zum Beispiel Sting. „Die sendete damals nur ein einziges Musikprogramm, aber das war sehr vielfältig. Zuerst Beethovens Fünfte und gleich darauf die Beatles.“ Und das, obwohl es etwa fünf Jahre dauerte, bis die Beatles den ersten nicht infantilen Songtext schrieben.

Was war der schönste Beatles-Auftritt der letzten 30 Jahre?

Die Beatles treten seit 1966 nicht mehr live auf. Seit 1980 ist vollständiges Erscheinen leider aus technischen Gründen unmöglich. Aber der schönste Auftritt eines einzelnen Beatles in den letzten drei Jahrzehnten war zweifellos der Gastauftritt von Paul McCartney in „Carpool Karaoke“ mit James Corden. Beide fahren durch Liverpool, Corden erschüttert durch die Gegenwart einer Legende, am Ende gibt’s ein Überraschungswunschkonzert in einem Pub. Zauberhaftes Fernsehen, große nostalgische Aufwallung. Und die Hoffnung, dass Sir Paul McCartney ein langes Leben beschert sein möge.

Wie endete ihre Karriere?

Die Band trennte sich 1970 im Streit um einen Apfel. Eine Wiedervereinigung ist unwahrscheinlich. Sie wären sowieso nur noch halb so gut.

Von Imre Grimm/RND

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