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Kultur Die Ballade von Träumchen und Schätzchen
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22:09 27.08.2019
Trächtig? Prächtig! Panda-Dama Meng Meng erkundet ihr Gehege im Zoo Berlin Quelle: Paul Zinken/dpa

Es war einmal eine Pandadame aus China namens Meng Meng (Zuchtbuchnummer 868), die lebte glücklich und zufrieden als Migrantin in einem zehn Millionen Euro teuren Pandapalast namens "Panda Garden" im Zoo von Berlin. Die Menschen beschrieben sie wie folgt: „Rundes Gesicht, kurze Nase, eine liebevolle Persönlichkeit, benimmt sich als große Schwester, weiß sich zu verkaufen, wird gern fotografiert, posiert gern vor der Kamera“. Sie war also eine Pandabärin, die sich wie eine Influencerin benahm. Aber das wusste sie natürlich nicht.

Ein dicker Mann aus China und eine pastellfarbene Frau, die die Hände gern vor dem Bauch trug, hatten sie offiziell begrüßt. Menschen hatten in die Hände geklatscht. Es hatte geblitzt, und dann war Meng Meng allein im "Panda Garden" mit einem seltsamen Panda-Herren namens Jiao Qing (Zuchtbuchnummer 769). Über den sagten die Menschen: "Rundes Gesicht, extrovertiert, lebhaft, manchmal gereizt, mag Sport und ist sehr frech“. Mit anderen Worten: Außer einem runden Gesicht hatten Meng Meng und Jiao Qing absolut nichts gemeinsam. Man war sich in herzlicher Abneigung verbunden, fraß stumm Bambus, ging sich aus dem Weg und redete nur das Nötigste ("Was essen wir heute?" - "Bambus." - "Hmm").

Wird bald Mutter: Pandabärin Meng-Meng in ihrem Gehege "Panda Garden" im Zoo Berlin. Quelle: Paul Zinken/dpa

Meng Meng heißt Träumchen. Jiao Qing heißt Schätzchen. Kurz nach ihrem Einzug spürten Träumchen und Schätzchen plötzlich, dass sich etwas veränderte. Ein Gefühl kam auf. Meng Meng wusste nicht, ob es Langeweile oder Liebe war, aber für Pandabären machte das keinen Unterschied. Plötzlich interessierte sie sich für Schätzchen. Aber Schätzchen war manchmal gereizt und interessierte sich nur für Sport. Er machte nicht die geringsten Anstalten, Meng Meng in sexueller Absicht beizuwohnen. Beide sahen, wie Menschen um ihr Gehege schlichen. Männer in weißen Kitteln stellten seltsame Geräte auf.

Promi-Babys machen Dehnungsstreifen im Gehirn

Denn was Träumchen und Schätzchen nicht wussten: Aus Gründen, die im Nebel des kollektiven Wahnsinns verborgen liegen, beschäftigt die Menschen nur wenig so sehr wie mögliche Schwangerschaften von Prominenten. Die Aussicht auf noch mehr Babys in einer ohnehin übervölkerten Welt verbunden mit der Erkenntnis, dass selbst Bar Refaeli und Natalie Portman über ganz normale Gebärmütter verfügen, sorgt automatisch für Dehnungsstreifen im Gehirn. Die aktuelle Bildergalerie schwangerer Prominenter bei "Gala" umfasst nicht weniger als 581 Fotos. Sich da durchzuklicken dauert ziemlich genau neun Monate. Träumchen und Schätzchen waren in erster Linie Pandabären, aber in zweiter Linie waren sie auch Prominente.

Sie wussten wenig über das Leben als Berühmtheit. Meng Meng hatte zwar gehört, dass eine Tante zweiten Grades inzwischen zu den einflussreichsten Influencer-Pandas bei Youtube zählte, seit man sie gefilmt hatte, als ihr Sohn plötzlich niesen musste. Mehr wusste sie aber nicht über Celebrity-Pandas.

Hoffnung auf den Knut-Effekt

Doch eines Nachts, als niemand hinsah, geschah etwas Merkwürdiges: Schätzchen ließ sich dazu herab, ihr beizuwohnen. Dann kamen noch mehr Männer in weißen Kitteln. Und sprachen von einem Knut, den Meng Meng nicht kannte. Sie wusste nicht, dass dieser Knut vor 13 Jahren als tapsiges Flaschenkind-Eisbärenbaby Stoßseufzer des Entzückens beim Publikum und tiefe pekuniäre Zufriedenheit beim Zoo-Kassenwart ausgelöst hatte. Sie wusste nicht, dass ihr Baby einen neuen Knut-Effekt auslösen soll: Vier Millionen Zoogäste zusätzlich waren pro Jahr gekommen, um Knut zu sehen. Bis er dick und groß und gelb wurde und 2011 überraschend starb.

Träumchen blickte auf ihren Bauch. Schätzchen fraß Bambus. Beide hatten das Gefühl, dass es mit der Ruhe im "Panda Garden" bald vorbei sein könnte.

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Gepostet von Zoo Berlin am Dienstag, 27. August 2019

Von Imre Grimm/RND

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