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15:01 20.03.2019
Singender Baggerfahrer mit Lola-Ambitionen: Alexander Scheer als Gerhard Gundermann. Quelle: Pandora
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Hannover

Der Film, der Deutschland bei den Oscars vertreten hat, fehlt: Florian Henckel von Donnersmarcks umstrittenes Künstlerporträt „Werk ohne Autor“ hat es beim 69. Deutschen Filmpreis nicht unter die besten sechs geschafft. Das lässt sich leicht verschmerzen: Die in der Königskategorie nominierten Filme stehen für die bunte Vielfalt des deutschen Kinos.

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In Andreas Dresens DDR-Musikerbiografie „Gundermann“ und in Christian Petzolds clever aktualisierter Anna-Seghers-Verfilmung „Transit“ geht es explizit um deutsche Geschichte – und Dresen gilt mit insgesamt zehn Nennungen nun als Favorit. Auch das vielfach unterschätzte Drama „Styx“ (Regie: Wolfgang Fischer) über eine Seglerin und ein Flüchtlingsboot mitten im Atlantik erhält endlich die verdiente Aufmerksamkeit. Mit „Das schönste Mädchen der Welt“ (Regie: Ar0n Lehmann) hat es eine pfiffige Teenie-Komödie in die Endauswahl geschafft.

3,4 Millionen Zuschauer für Caroline Links Film

Das nostalgische Roadmovie „25 km/h“(Regie: Markus Goller) und „Der Junge muss an die frische Luft“ gehören durchaus ins Blockbuster-Fach. Und das will die Deutsche Filmakademie gebührend würdigen: Die Hape-Kerkeling-Biografie von Caroline Link soll bei der Verleihung als besucherstärkster Film geehrt werden. 3,4 Millionen Zuschauer sind ein hoffnungsvoller Beleg dafür, dass das deutsche Kino trotz der miserablen Vorjahreszahlen attraktiv sein kann.

2000 Akademie-Mitglieder wollen am 3. Mai in Berlin Sieger in 19 Kategorien küren. Als beste Schauspielerinnen stehen Luise Heyer („Das schönste Paar“), Aenne Schwarz („Alles ist gut“) und Susanne Wolff („Styx“) zur Wahl, bei den Männern Rainer Bock („Atlas“), Jonas Dassler („Der goldene Handschuh“) und Alexander Scheer („Gundermann“). Zu vergeben sind knapp drei Millionen Euro aus dem Etat der Kulturstaatsministerin. Anders als beim Oscar geht es bei den Lolas um satte Prämien.

Ehrenpreis für Margarethe von Trotta

Neben Caroline Link steht bereits eine weitere Preisträgerin fest: Margarethe von Trotta bekommt den Ehrenpreis. Die 77-Jährige habe uns „ein paar der intensivsten Frauenfiguren des deutschen Kinos geschenkt“, so der neue Akademie-Präsident Ulrich Matthes.

Matthes würde seinen Verband künftig gern politischer ausrichten, hat er dem „Tagesspiegel“ verraten. Heiße Themen gibt es genug. Und nun drängen auch noch die Streamingdienste nicht mehr nur mit Serien, sondern auch mit eigenen Filmen auf den deutschen Markt.

Von Stefan Stosch / RND

Der Artikel "Bunte Vielfalt beim Filmpreis" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.