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Kultur Der Hundertjährige unterm Weihnachtsbaum
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00:15 22.12.2012
Beliebtes Weihnachtsgeschenk: Jonas Jonassons "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Quelle: Handout
Hannover

Im Advent ist in den Buchhandlungen der Teufel los: Einen wichtigen Teil seines Umsatzes macht der Buchhandel in den Wochen, in denen Menschen nach Weihnachtsgeschenken suchen - und da gehören Bücher zu den Favoriten. Nach einem eher mauen Jahr können die Buchhändler sich derzeit freuen.

In den vergangenen Wochen etwa ist der Umsatz bei den sogenannten Sortimentsbuchhändlern um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dieses (kurzfristige) Hoch haben die meisten Händler bitter nötig, denn Jahr für Jahr verliert der stationäre Buchhandel immer mehr Kunden an Internethändler, vor allem an den Branchenriesen Amazon.

Unter den deutschen Weihnachtsbäumen wird, laut einer Erhebung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, oft ein Roman liegen, der bereits im August 2011 erschienen ist: Jonas Jonassons „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (Verlag Carl’s Books). Das Überraschungsdebüt des Schweden, der vom alten Allan Karlsson erzählt, der die Welt noch mal aufmischen will, hat sich in Deutschland bislang 1,7 Millionen Mal verkauft. Im Weihnachtsgeschäft hat Jonasson bekannte Bestsellerautoren wie Ken Follett, dessen Roman „Winter der Welt“ im Herbst erschienen ist, Joanne K. Rowling („Ein plötzlicher Todesfall“) und John Irving („In einer Person“) abgehängt.

Zu den weiteren Erfolgstiteln im Weihnachtsgeschäft 2012 gehören AnneGesthuysens Roman „Wir sind doch Schwestern“ (Kiepenheuer&Witsch) sowie das Kinderbuch „Dumm gelaufen“ aus der „Gregg“-Tagebuchreihe von Jeff Kinney (Baumhaus Verlag). Bei den Sachbüchern verkauft sich Florian Illies’ Band „1913“ (S. Fischer) besonders gut, ebenso Manfred Lütz’ Titel „Bluff! Die Fälschung der Welt“ (Droemer).

Hannover liegt durchaus im Gesamttrend. Der „Hundertjährige“ läuft auch in den Buchhandlungen Leuenhagen & Paris und Hugendubel, dem Schmorl-Nachfolger, gut. „Mit Abstand am besten“, sagt Dirk Eberitzsch von Leuenhagen & Paris, verkaufe man jedoch den neuen Bildband „Zeitreise durch Hannover“. Für den Titel hat Michael Narten historische Motive des HAZ-Fotografen Wilhelm Hauschild vom gleichen Standort und aus dem gleichen Blickwinkel aufgenommen.

Der Erfolg von „Zeitreise durch Hannover“ (Verlag Leuenhagen & Paris) ist typisch: Regionaltitel zählen, so der Börsenverein, ebenso wie Krimis zu den besonders beliebten Weihnachtsgeschenken.

Bei Hugendubel in Hannover wird Folletts „Winter der Welt“ gut nachgefragt, doch auffällig ist auch hier: Zu Weihnachten müssen es - siehe „Der Hundertjährige“ - nicht nur brandneue Bücher für den Geschenktisch sein. Rachel Joyces Roman „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ (erschienen im Frühjahr) verkauft sich ebenso gut wie Daniel Kehlmanns Bestseller „Die Vermessung der Welt“. Der 2005 veröffentlichte Roman ist durch die Verfilmung, die im Oktober im Kino gestartet ist, wieder in den Blick der Käufer geraten. „Außerdem“, sagt Filialleiterin Sigrun Richter, „geht alles rund um die Hobbits gut.“

Auch beim Internetgiganten Amazon zählen „Der Hundertjährige“ und „Greggs Tagebuch - Dumm gelaufen“ zu den „Topsellern“. An der Spitze der Verkäufe jedoch steht hier E. L. James’ Erotikroman „Geheimes Verlangen“. Die beiden weiteren Bände der Trilogie, „Gefährliche Liebe“ und „Befreite Lust“, sind dort ebenfalls Verkaufsschlager.

Überhaupt ist der Onlinehandel nach wie vor auf der Gewinnspur. Im vergangenen Jahr konnte er seinen Marktanteil um fünf Prozent erhöhen, während beim sogenannten stationären Buchhandel der Umsatz um drei Prozent zurückging. Nur noch knapp jedes zweite Buch in Deutschland kaufen Kunden beim Sortimentsbuchhändler. Zudem haben Warenhäuser und Buchgemeinschaften in den vergangenen Jahren einen Großteil ihrer Kunden verloren. Als Reaktion darauf haben zahlreiche Kaufhäuser ihre Buchabteilungen mittlerweile geschlossen.

Unter der Verlagerung der Verkäufe ins Netz leidet auch Thalia. Die Buchhandelskette, die viele große Verkaufsflächen in teuren Innenstadtlagen hat, hat in den vergangenen Jahren Umsatz eingebüßt: Der Mutterkonzern hat angekündigt, Filialen zu verkleinern oder gar zu schließen.

Beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels übt man sich trotzdem, wie gewohnt, in Optimismus. In den letzten Tagen vor Heiligabend erwartet der Verband einen Endspurt der Käufer. Kauft der Kunde wie erhofft, entspreche der Gesamtumsatz „in etwa der Größenordnung des Vorjahres“, sagt Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis.

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