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Kultur Denzel Washington im Interview
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00:15 24.01.2013
Von Stefan Stosch
Whip Whitaker (Denzel Washington) in einer Szene des Kinofilms „Flight“ (undatierte Filmszene). Das Drama kommt am 24. Januar 2013 in die deutschen Kinos. Quelle: StudioCanal Deutschland
Hannover

Mr. Washington, Sie haben sich für diesen Film bestimmt von Piloten Tipps geben lassen. Wie haben Sie denen klargemacht, dass Sie einen Piloten spielen, der sich vor dem Start eine Linie Koks reinzieht und in der Luft erst mal zwei Wodkas kippt?

Zunächst mal habe ich viel mit Regisseur Robert Zemeckis gesprochen, der ist nämlich Pilot. Ansonsten habe ich mit Piloten im Flugsimulator bei Delta Airlines geredet. Da habe ich stundenlang geübt, um Routine im Cockpit zu bekommen.

Ihre Figur, Pilot Whip Whitaker, bringt die Maschine mit einer grandiosen Flugleistung auf den Boden - trotz der Drogen im Blut. Oder vielleicht wegen der Drogen?

Wer weiß, vielleicht war dieser Pilot tatsächlich entspannter als im nüchternen Zustand. Das ist ja das Interessante an diesem Film: Zehn Piloten, so heißt es später in „Flight“, haben Whitakers Notlage am Simulator getestet. Sie haben so wie er versucht, mit ihrem Jet eine Rolle zu drehen - alle stürzten ab. Und die zehn waren garantiert nüchtern.

Na, dann ist Whip Whitaker doch ein Held und kein Krimineller.

Gleichzeitig könnte man aber argumentieren: Ohne Drogen wäre er gar nicht erst in den Sturm geflogen. Das ist ja das Tolle am Drehbuch: Ein koksender, trinkender Pilot vollbringt ein fliegerisches Kunststück, muss aber seinen Preis dafür zahlen. Die moralische Zweideutigkeit macht die Sache erst spannend: Glauben die Leute, dass er ein Held ist? Glaubt er es selbst? In diesem Film ist nichts schwarz oder weiß. Übrigens geht es in diesem Film ja auch gar nicht um Piloten.

Um was denn sonst?

Um einen Mann mit einem Problem. Die Geschichte könnte genauso von Journalisten oder Schauspielern handeln. Nur wäre sie dann wohl kaum so dramatisch. Schauspieler oder Journalisten sind nicht mal eben für hundert Menschenleben verantwortlich. Ich hoffe deshalb, dass Piloten den Film auch nicht als Attacke auf ihre Profession verstehen.

Wieso sollten sie?

Ich erinnere mich, dass mir ein jüngerer Mitarbeiter im Flugsimulator sagte: Mr. Washington, wir haben diese Art von Problemen nicht. Worauf ein älterer sagte: Doch, haben wir. Es gebe aber gut ausgearbeitete Programme, um Piloten zu helfen, die in Schwierigkeiten geraten sind. Und solche Schwierigkeiten gibt es in jedem Job. Aus einem Glas Wein werden zwei, daraus wird eine Flasche. Solche Abhängigkeiten entstehen langsam, über Jahre. Der Mann, den wir zu Beginn des Films sehen, hat nicht erst eine Woche zuvor mit dem Trinken angefangen.

Gibt es in Hollywood schon Programme, um Leute mit Suchtproblemen wieder in die richtige Spur zu bringen? Drogen sind dort gewiss ein größeres Thema als anderswo.

Glaube ich gar nicht. Sie hören bloß mehr drüber, weil in den Medien dauernd solche Geschichten stehen. Vielleicht ist Alkohol unter Journalisten ja ein viel größeres Problem.

Sie haben schon zwei Oscars im Schrank - den einen für das Bürgerkriegsdrama „Glory“, den anderen für den Cop-Thriller „Training Day“. Mit „Flight“ sind Sie wieder nominiert. Ist ein dritter Oscar immer noch so wichtig?

Na ja, der letzte Oscar liegt elf Jahre zurück, seitdem war ich nicht einmal mehr nominiert. Der Oscar ist und bleibt die größte Ehre für einen Schauspieler in Hollywood. Aber sollte ich gewinnen, würde ich wohl nicht gleich wild kreischen.

Interview: Stefan Stosch

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